Die Arbeit untersucht zwei aktuelle Diskurse in deutschen Print- und Online-Medien: Die Plagiatsaffäre Guttenberg sowie die Diskussion über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Dabei bedient sie sich grundsätzlich der gleichen empirischen Methodik wie die mentalitätsgeschichtlich interessierten Argumentationsanalysen der „Düsseldorfer Schule“. Anders als in diesen Arbeiten wird das Korpus jedoch nicht nach den politischen Ausrichtungen bestimmter Zeitungen zusammengestellt, um so die mentalitätsgeschichtlichen Hintergründe eines Diskurses zu erschließen. Die (quantitative und qualitative) Argumentationsanalyse dient hier vielmehr dazu, solche Vorannahmen zu überprüfen. Weitere Fragestellungen der Arbeit umfassen den differenzierten Vergleich von Fach-, Mainstream- und Gegendiskurs einerseits sowie Print- und Online-Diskurs andererseits.
Als Ergänzung zur quantitativen und qualitativen Korpusanalyse wird aufgezeigt, wie die sprachliche Realisierung von Argumentationsmustern im Rahmen einer Argumentationsanalyse untersucht werden kann. Als Grundlage dafür dienen sprachwissenschaftliche Konzepte wie Schlagwörter, Referenz und Nomination, Präsuppositionen und Metaphorik. Auf diese Weise soll eine eigenständige Methodik der linguistischen Argumentationsanalyse entwickelt werden, die sich einerseits auf ihre fachlichen Stärken besinnt und somit ihr diskursanalytisches Potential voll ausschöpft, sich andererseits aber gerade für sozial- und medienwissenschaftliche Fragestellungen nutzbar machen lässt.