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Grandel


Arbeitstitel: Die Variation grammatischer Komplexität im Deutschen

Gegenstand: Das Deutsche ist im Gegensatz zu anderen germanischen high-contact-Sprachen (z. B. Englisch, Norwegisch) morphologisch komplexer. Sprachkontakt hat im deutschen Fall nicht im gleichen Umfang zu Simplifizierungen geführt. Das Deutsche gilt als besonders sprachnormenfrömmig (Polenz),  vergleichsweise normenkonservativ und einer Standardsprachenideologie verhaftet. Die Hypothese der Arbeit ist, dass das hohe Ausmaß an Normativität einen retardierenden Effekt auf den Abbau von morphologischer Komplexität hat und (auch) dadurch der höhere Umfang an Komplexität zu erklären ist.

Methoden: In einer korpusbasierten Untersuchung (Basis: DGD / FOLK-Korpus) werden Varietäten des Deutschen (geschriebener Standard, gesprochene Alltagssprache) untersucht, die in unterschiedlichem Maß normativem Druck ausgesetzt sind. Hierbei werden ein Synthetizitäts-, Analytizitäts- und Irregularitätswert ermittelt. In einer beschreibungsbasierten Untersuchung werden Grammatiken zu geschriebenem und gesprochenem Deutsch ausgewertet und die strukturelle Elaboriertheit der jeweiligen Varietät ermittelt. Anschließend wird mit Bezug auf empirische Forschungsliteratur auf den Einfluss der normierenden Phase im Frnhd. auf einige Sprachwandelphänomene eingegangen.

Ziel: Die empirische Überprüfung der Relevanz von Normativität von Sprachgemeinschaften auf die Gestaltung von grammatischer Komplexität.