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10-Cent-Stück

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10-Cent-Stück / 10-Rappen-Stück (Frage 2a)

Das 10-Cent-Stück wird nördlich des Mains verbreitet Zehner genannt. So heißt auch in der östlichen Schweiz das 10-Rappen-Stück, das im westlichen Teil der Schweiz Zähni genannt wird. Südlich des Mains wird für das 10-Cent-Stück fast überall die Verkleinerungsform mit -lein verwendet, in der jeweils üblichen Variante: in Franken Zehner-la, in Baden und Schwaben (inkl. Bayerisch-Schwaben) wie in Tirol/Südtirol und Kärnten Zehner-le, im übrigen Österreich und Bayern Zehner-l, in der Schweiz und in Südbaden teilweise Zehner-li.
Neben der Benennung nach dem Wert ist nördlich des Mains jedoch auch die spezifisch auf das 10-Cent-(bzw. ehemals 10-Pfennig-)Stück bezogene Bezeichnung Groschen üblich. Dieses Wort geht auf spätlat. denarius grossus ‘dicker Denar’ zurück (Kluge). Seit dem 13. Jh. war dies die Bezeichnung für eine Silbermünze mit größerem Wert, die Benennung wurde jedoch dann auf andere Münzen übertragen (güldener Groschen, halbgüldener Groschen, Kupfergroschen usw., s. DWB), deren Wert je nach Zeit und Territorium verschieden war. In älteren Wendungen wird Groschen zumeist positiv für ‘Geld’ verwendet (DWB), in jüngeren eher leicht verächtlich für eine niedrige Geldsumme, vgl. z. B. Groschenheft u. Ä. In Preußen galt der Groschen (Gute Groschen / Silbergroschen) bis 1871 zwölf Pfennige, in Sachsen ab 1841 der Neugroschen zehn Pfennige. Nach der Einführung der Mark im Kaiserreich gab es die offizielle Währungseinheit Groschen in Deutschland nicht mehr, als Bezeichnung für ein Zehntel der Mark / des Euro ist das Wort jedoch bis heute üblich geblieben – auffälligerweise allerdings nur in der Nordhälfte Deutschlands.
In Österreich war vor der Einführung des Euro Groschen nicht die inoffizielle Bezeichnung für den „Zehner“ der kleineren Währungseinheit, sondern (seit 1924) der offizielle Name der kleineren Währungseinheit überhaupt (hundert Groschen waren ein Schilling).