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Einmachglas

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Einmachglas (Frage 5a)

einmachglas

Das Einkochen, Einmachen oder Einwecken ist „eine physikalische Methode, Lebensmittel durch Erhitzen und Luftabschluss zu konservieren“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Einkochen, 30.12.10). Mit dieser Methode wurde schon im 18. Jahrhundert experimentiert, doch erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Verfahren so weit entwickelt, dass es seinen Siegeszug in den Haushalten antreten konnte.
Für das Glas, das man ‘zur Konservierung von Früchten oder Gemüse verwendet’, gibt es im Wesentlichen vier Bezeichnungen im deutschen Sprachraum. Die Bezeichnungen Einmachglas und Einkochglas beziehen sich auf das genannte Verfahren. Einmachglas ist die in der Schweiz und in Ostbelgien übliche Bezeichnung; auch in Österreich ist das Wort an einigen Orten gebräuchlich. In Deutschland ist Einmachglas die am weitesten verbreitete Variante. Einkochglas wird vor allem aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gemeldet. Die in den östlich gelegenen Gebieten (Bayern, Thüringen, Sachsen, Brandenburg-Berlin und Mecklenburg-Vorpommern) sowie in Südtirol und im Westen Österreichs dominante Variante – hier zieht sich ein breiter Streifen von der Ostsee bis Südtirol – ist jedoch Einweckglas. (Aus einigen Orten wurde auch die Variante Weckglas gemeldet.) Die im übrigen Österreich übliche Bezeichnung ist schließlich Rexglas.
Die Bezeichnungen Einweckglas (bzw. Weckglas) und Rexglas beziehen sich nicht auf die Methode, sondern gehen auf Unternehmernamen zurück: Der Chemiker Rudolf Rempel hatte sich 1892 sowohl Deckelgläser mit glattgeschliffenen Rändern und schließenden Gummiringen als auch entsprechende Einkochapparate patentieren lassen; nach Rempels Tod erwarb der Unternehmer Johann Carl Weck das Patent sowie das Alleinverkaufsrecht an den Gläsern und Geräten und eröffnete mit einem Kompagnon eine Fabrik in Öflingen an der deutsch-schweizerischen Grenze (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Einkochen, 30.12.10). Er ist der Namensgeber für das Einwecken und das Weckglas oder Einweckglas. In Österreich bezog man diese Gläser vorwiegend aus der Glashüttenwerk Germania, Schweig, Rex & Co. (ab 1910 Glashüttenwerk Weißwasser AG) in Niederschlesien, deren Teilhaber Gustav Rex war, der wiederum dem Rexglas seinen Namen gab (http://www.ostarrichi.org/wort-5740-at-Rexglas.html, 30.12.10).
Die in den östlichen Bundesländern Österreichs offenbar auch bekannte Bezeichnung Einsiedeglas (http://www.ostarrichi.org/begriff-10061-at-Einsiedeglas.html, 30.12.10) wurde insgesamt nur drei Mal gemeldet (davon zwei Mal als Nebenvariante).