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abgelegenes Dorf

f2_26

abgelegenes Dorf (Frage 26)

Eine klare regionale Verteilung zeigt die Karte mit den Namen „für einen Ort, der im spöttischen Sprachgebrauch für ‚Unbedeutendes‘, ‚Provinzialität‘ und ähnliches steht (Der kommt doch aus …!)“? Im Süden des Sprachgebiets (die nördliche Grenze liegt in der Höhe von Eifel, Vogelsberg und Erzgebirge) dominieren ganz klar die Bezeichnungen Hintertupfingen und Hintertupfing. Diese passen zu der starken Verbreitung der Ortsnamen auf -ingen und -ing im Süden des deutschsprachigen Gebiets (Kunze 2003).
Die Verteilung von Hintertupfingen und Hintertupfing wiederum stimmt erstaunlich deutlich mit der Verteilung der geschriebenen Ortsnamen überein: Westlich des Flusses Lech finden sich Ortsnamen auf -ingen, östlich des Lechs Ortsnamen auf -ing; Hintertupfingen wird darüber hinaus auch häufig aus Niedersachsen gemeldet. Groß Posemuckel (Podmokle Wielkie) bzw. Klein Posemuckel (Podmokle Małe) sind tatsächlich existierende Namen zweier kleiner Orte in der Nähe von Babimost (deutsch: Bomst) bei Posen (Der Name Posemukel leitet sich offenbar aus dem Polnischen pod mokle ‘am/ unter dem Sumpf’ ab, vgl. http://www.sprungala.de/Kreis_Bomst/hauptteil_kreis_bomst.html). Die Bezeichnung Posemuckel scheint im gesamten Norden bekannt zu sein. Flächendeckend gebräuchlich ist dieser Name jedoch nur im Nordwesten, und zwar in der Variante Pusemuckel. Etwa östlich der Weser gibt es eine ganze Reihe von Varianten, von denen Kleinkleckersdorf am häufigsten genannt wurde.