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Putzlumpen

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Putzlumpen (Frage 5)

Die Karte zeigt die traditionell (vgl. WDU II, 80) breite Vielfalt der Bezeichnungen für ein 'grobes Stück feuchtes Tuch zum Reinigen des Fußbodens'. Im hohen Norden Deutschlands (in Schleswig Holstein, im Norden Niedersachsens sowie in Mecklenburg) gilt Feudel. Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ist Scheuerlappen Leitvariante; das früher noch in Vorpommern gebräuchliche Wort Aufwischlappen wird kaum noch gemeldet. Verschiedene Formen der Gruppe Hader(n)/Huder ('zerrissenes Stück Stoff, Lumpen', vgl. Etymologie-Duden, Pfeifer, Kluge) sind in einem Gebietsstreifen von Sachsen (Scheuerhadern) über den bayrischen Wald und das Land Salzburg (Hadern) bis nach Südtirol (Huder) verbreitet.
Nordrhein-Westfalen zeigt sich als Mischgebiet von Aufnehmer, was früher das eindeutig üblichere Wort war, und Putzlappen. Putzlappen ist wie Wischtuch (heute vor allem im östlichen Niedersachsen, dort sagte man früher eher Scheuertuch oder Scheuerlappen) eine Bezeichnung, die erst in den letzten 30 Jahren verstärkt aufgekommen ist. In Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Baden-Württemberg und in Bayern ist nach wie vor Putzlumpen vorherrschende Variante, als Neben- und Zweitnennung erscheint hier häufig Putzlappen.
In Vorarlberg gilt ebenfalls noch Putzlumpen, neuerdings verwendet man aber auch – wie in fast ganz Österreich (mit Ausnahme auch vom Land Salzburg, s. o.) – Komposita mit dem Grundwort Fetzen (Boden-, Reib-, Putzfetzen); Reibtuch dagegen, was früher vor allem für das östliche Österreich als Nebenvariante verzeichnet war (WDU II, 80), wurde von keinem einzigen Informanten mehr gemeldet. In der Schweiz ist im Osten Bodenlumpen und im Westen Feglumpen Leitvariante, Putzlumpen wird im Vergleich zu früher heute wohl seltener verwendet.