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Pommes frites

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Pommes frites (Frage 6)

Frage 6 lautete: „Wie nennt man an Ihrem Ort gewöhnlich Pommes frites in einem Satz wie ,Ich hab jetzt Hunger auf eine große Portion ……….... mit Ketchup und Mayonnaise.‘ (Stellen Sie sich dabei diesen und die folgenden Sätze so vor, wie sie an Ihrem Ort gesprochen werden!)“
Pommes frites ist eine junge, wohl erst im 20. Jahrhundert aus dem Französischen entlehnte Bezeichnung für ‘in heißem Fett gebackene rohe Kartoffelstäbchen’ (s. Kluge). Die nach französischer Weise ohne -s ausgesprochene Bezeichnung Pommfritt für die vermutlich belgische Erfindung wird nur aus der Schweiz allgemein als üblich gemeldet, daneben in Österreich und im südwestlichen Deutschland (sowie am Main) noch an einigen Orten. Die mehr eingedeutschte Variante Pommfritts (mit ausgesprochenem s) findet sich auch in Norddeutschland gelegentlich, die normale Bezeichnung in Deutschland und Österreich ist jedoch die nach der Schrift deutsch (also zweisilbig) ausgesprochene Kurzform Pommes.
Nur im Rheinland zwischen Köln und der Mosel, mit Ausläufern bis ins Sauerland und das Saargebiet, hat sich Fritten eingebürgert, also der zweite Teil der ursprünglichen Bezeichnung mit der Pluralendung -n. (Band 2 des Rheinischen Wörterbuchs von 1931 verzeichnet diese Form bereits, allerdings nur für das Eupener, also gerade das belgische Gebiet der ripuarischen Dialekte.) Eine Übernahme aus dem niederländischsprachigen Belgien liegt dabei nahe, dort heißt es allgemein fritten/frieten (während in den Niederlanden auch die Bezeichnung patat gebräuchlich ist). Gegenüber Pommes zeigt sich hier die größere Nähe zum Französischen (wo die Kurzform ebenfalls frites lautet): Da pommes (de terre) allgemein ‘Kartoffeln’ bedeutet, ist der Zusatz frites im Französischen zur Unterscheidung von anderen Kartoffel-Zubereitungen wesentlich. In Deutschland wird aber auch im Fritten-Gebiet (zunehmend?) Pommes verwendet.