Suche

DFG-Projekt: Kommentierte Edition der Melodien zu den lateinischen Osterfeiern und -spielen des Mittelalters


Projektstart: 01.09.2007
Projektende: 30.06.2012
Projektträger: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Johannes Janota
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Eva Gallitzendörfer (wiss. Hilfskraft)
Dr. Ute Evers (wiss. Mitarbeiterin)

Zusammenfassung

Die Textüberlieferung der lateinischen Osterfeiern und -spiele des Mittelalters, aus denen letztlich das volkssprachige geistliche Drama dieser Zeit hervorgegangen ist, läßt sich seit einiger Zeit anhand einer neunbändigen Ausgabe detailliert überblicken: Sie setzt in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts im ost- und westfränkischen Gebiet ein und reicht mit etwa 850 bekannten Überlieferungszeugnissen bis ins 16., teilweise sogar bis ins 18. Jahrhundert. Zwi-schen Spanien und Skandinavien verbreitet, liegt ihr Schwerpunkt in Deutschland. Während des langen Zeitraums haben sich verschiedene Typen und Varianten dieser Feiern ausgebildet. Keinen verläßlichen Überblick gibt es dagegen über die mehr als 300 Melodien, obwohl sie ein substantieller Teil der lateinischen Osterfeiern und -spiele sind: Es fehlt sowohl eine um-fassende Edition wie eine differenzierte Kommentierung der Melodien. Sie sollen als Ergeb-nis des Projekts der Mittelalterforschung zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere der hymnologische Nachlaß von Walther Lipphardt, der neben dem von Konrad Ameln durch Vermittlung des Projektverantwortlichen von der UB Augsburg erworben werden konnte, trägt dazu bei, das aufwendige Vorhaben in nur drei Jahren zu verwirklichen.

Beschreibung

Das Projekt ist dreigeteilt:

1. Edition der Melodien auf wissenschaftlicher Grundlage nach einheitlichen Kriterien. Dabei stellen die unterschiedlichen Notationsformen vor allem der Frühzeit (adiastematische und diastematische Neumen) eine besondere Herausforderung dar.

2. Kommentar jeder Melodie nach einem festen Raster (u.a. Angaben zur Quelle; editorische Probleme; Herkunft der Quelle mit regionaler und institutioneller Eingrenzung; Melodietradition; stilistische Diskussion; kritische Bewertung der bisherigen Forschungsergebnisse).

3. Geschichte und Typologie der Melodien auf der Grundlage der Einzelkommentare. Hier wird auch gefragt, inwieweit die bereits vorliegenden Text- mit den Melodietypologien übereinstimmen. Zugleich ist der Zusammenhang zwischen Melodie- und Kulturtransfers in überregionalen und regionalen wie in institutionellen Kontexten (Dome, Pfarr- und Klosterkirchen) zu diskutieren.