Suche

Iweinhandschriften


Projektstart: 01.01.2007
Projektträger: Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Helmut Graser

Zusammenfassung

Die älteste, noch aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende Handschrift des Îwein-Romans Hartmanns von Aue, die Gießener Handschrift B, hat der jüngsten erhalten gebliebenen Îwein-Handschrift, der Lindauer Handschrift u, als unmittelbare Vorlage gedient. Dies ist innerhalb der Textüberlieferung der mittelhochdeutschen höfischen Dichtung ein wohl einmaliger Fall. Handschrift u, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts möglicherweise in Augsburg geschrieben, ist unediert und wurde von der germanistischen Forschung bisher nicht gebührend beachtet. Unter rezeptionsgeschichtlichem Aspekt ist sie besonders wichtig, denn die spezifische Überlieferungskonstellation erlaubt es, sozusagen unter Idealbedingungen zu studieren, wie ein frühneuhochdeutscher Abschreiber mit einem klassisch-mittelhochdeutschen Text umging. Dies wiederum macht eine fundierte Kritik der bekannten „zurückübersetzten“ Editionen mittelhochdeutscher Dichtungen möglich, die allein, z.B. im Ambraser Heldenbuch, in frühneuhochdeutscher Sprache überliefert sind. Die beiden Îwein-Handschriften B und u sollen deshalb in diplomatisch getreuer Edition einander synoptisch gegenübergestellt werden. Der Edition wird eine Handschriftenbeschreibung, eine sprachliche Untersuchung, ein Reimlexikon und ein Glossar beigegeben werden.