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Die deutschsprachige geistliche Prosa des 13. Jahrhunderts im Spiegel der lateinischen Tradition: eine Untersuchung zur sprachlichen Variabilität und Stereotypie


Projektstart: 01.09.2006
Projektträger: AvHS (Alexander von Humboldt-Stiftung)
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Freimut Löser
Beteiligte Wissenschaftler / Kooperationen: Dr. Nikolai Bondarko (Mitarbeiter der russischen Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg)

Zusammenfassung

Die Spannung zwischen Variation und Wiederholung, zwischen grammatisch-lexikalischer Varianz und Konstanz in spätmittelalterlichen Texten bildet das zentrale Problemfeld der geplanten Untersuchung. Ihr Ziel ist, die Varianz stereotypischer Satz- und Texteinheiten am Beispiel der oberdeutschen geistlichen Prosa des 13. Jh. (mit Berücksichtigung der späteren Überlieferungstradition bis zum Ausgang des 15. Jh.) im korpusbasierten, systematischen und textsorten- und überlieferungsgeschichtlich orientierten Vergleich paradigmatisch und syntagmatisch zu beschreiben und mit den lateinischen Vorlagen zu konfrontieren. Die Auffassung der Stereotype als konzeptuell-formaler Muster, die natürlich noch hierarchisch zu klassifizieren sind, setzt die Füllungsfreiheit seiner bestimmten – oder gar aller? – Positionen voraus. Demzufolge soll die Analyse von Traktaten, Betrachtungen, Predigten, Klosterregeln und Spruchketten zur Bestimmung von Grenzen beitragen, die das Stereotyp als elementare Einheit einer literarischen Tradition von den üblichen Einheiten der natürlichen Sprache einerseits und von den Einheiten der traditionellen Poetik als solchen (d.h. ohne kontextuellen Bezug) andererseits abheben.