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Emanzipation nach der Emanzipation.


Emanzipation nach der Emanzipation. Jüdische Geschichte, Literatur und Philosophie von 1900 bis heute. 


Projektbeschreibung

Die interdisziplinär zusammengesetzte, trilaterale Arbeitsgruppe (USA, Israel, Deutschland) fragt ausgehend von dem Interesse an der Verschränkung des jüdischen Emanzipationsdiskurses mit angrenzenden Emanzipationsdiskursen im 19. Jahrhundert – der Verschränkung mit dem Frauenemanzipationsdiskurs, der sozialen und generationellen Emanzipation, auch mit der ‚Emanzipation des Fleisches‘ –, nach der Fortsetzung dieser Diskursformationen nach 1918.

An den Werken vieler jüdischer Autorinnen und Autoren in der Zeit der 1920er Jahre und danach lässt sich zeigen, wie stark der Emanzipationsgedanke programmatische Texte zur ‚Judenfrage‘ auch nach der Zäsur des Ersten Weltkriegs noch prägt. Zugleich lässt sich am Beispiel dieser Schriften nachvollziehen, auf welche Weise nach 1933 Konzeptionen von (jüdischer) Emanzipation im 20. Jahrhundert auf die Brüche reagieren, die durch die Erfahrung von Exil und Shoah gegeben sind. Zu prüfen wird nicht zuletzt sein, von welchen Konstruktionen die historische Rede vom „Deutsch-Jüdischen“, nach 1945 vor allem von Nichtjuden in apologetischer Form als „deutsch-jüdisches Gespräch“ angerufen, in der Gegenwart abgelöst wurde. In welchen Begriffen lässt sich gegenwärtig eine Debatte über das „Deutsch-Jüdische“ führen, die die kritischen Impulse und Potentiale der gegenwärtigen deutschsprachig-jüdischen bzw. europäisch-jüdischen Forschung im Kontext aktueller erinnerungstheoretischer und      -politischer Diskurse aufgreift und – gerade in der Perspektivierung auf aktuelle Entwicklungen in Israel und Amerika – erweitert und konstruktiv vorantreibt?
Nach einer längeren Vorbereitungsphase mit gemeinsam durchgeführten Lehr- und Forschungsprojekten hat sich die Forschergruppe im Juni 2017 (Konzeptlabor 27./ 28. Juni 2017) formiert. Am 6.6.8.6.2018 nimmt sie mit einem Workshop zum Thema „Emanzipation und Religion“ ihre Arbeit auf. Im Abstand von sechs Monaten folgen weitere Workshops, im Oktober 2021 eine Tagung zum Thema „Emanzipation nach der Emanzipation“.
Das Projekt ist am Jakob-Fugger-Zentrum für Geisteswissenschaften an der Universität Augsburg angesiedelt. Ein Drittmittelantrag ist in Vorbereitung.

Terminüberblick

1. Workshop: Religion und Emanzipation
6. – 8. Juni 2018
Leitung: Bettina Bannasch, Doren Wohlleben
Beschreibung 

2. Workshop: Deutscher Geist – Jüdischer Geist
9. – 11 Januar 2019
Leitung: Thomas Meyer, Itta Shedletzky

3. Workshop: Emanzipationsdiskurse vor und nach dem Holocaust
26. – 28. Juni 2019
Leitung: Liliane Weissberg

4. Workshop: Emanzipation des Individuums – Emanzipation des Kollektivs
8. – 10. Januar 2020
Leitung: N. N.

5. Workshop: Antiemanzipatorische Diskurse
1. – 3. Juli 2020
Leitung: Hans-Joachim Hahn, Marcus Funck

6. Workshop: Freiheit und Politik
13. – 15. Januar 2021
Leitung: Thomas Meyer, Doren Wohlleben

Abschlusstagung: Emanzipation nach der Emanzipation
6. – 8. Oktober 2021
Leitung: Bettina Bannasch, Hans-Joachim Hahn

Kontakt: Prof. Dr. Bettina Bannasch