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Himmelsbetrachtungen in der Literatur


Titel: Himmelsbetrachtungen in der Literatur (Oberseminar)
Dozent(in): Prof. Dr. Stephanie Waldow
Termin: 18.04.2013 (Do.11-45 - 13.15 )
Gebäude/Raum: 8013 BCM
Anmeldung: Digicampus
Modulsignatur: GyD 21 – NDL Nr. 1 (8 LP) MaGer 01 – NDL Nr. 1 (7 LP) MaGer 31 (6 LP) MaGer 31 (8 LP) MaGer 31 (7 LP) MaGer 21/22/23/24 – Nr. 1 (6 LP) GyD 210 - NDL (8 LP) MaGer 010 - NDL (8 LP) MaGer 011 - NDL (8 LP) MaGer 210 NDL (6 LP) MaGer 311 - NDL (5 LP) MaGer 312 - NDL (5 LP) MaGer 313 - NDL (5 LP) MaGer 401 - NDL (5 LP) MaGer 402 – NDL (5 LP) MaInterLit 01 (10 LP)
Nicht erst Wallensteins Satz „Die Sterne lügen nicht“ führt die Sterne als wichtiges ethisches Bezugssystem ein. Bereits seit der Antike haben sich die Menschen in ihrem Bedürfnis nach Wahrheit, Wertorientierung und Sinnvergewisserung an den Sternen orientiert und so war der Blick in den Himmel integraler Bestandteil der menschlichen Lebenswelt. Auch in der Literatur ist der Himmel häufig Ausgangspunkt philosophischer Betrachtungen und reflektiert anhand der Himmelskonstellationen über die Stellung des Menschen im Kosmos bzw. über den anthropologischen Wert des Subjekts im Verhältnis zum ihn umgebenden Weltall. Von hier aus entfaltet dieser Blick nicht nur sein ethisches, sondern auch sein anthropologisches Potenzial, welches nicht zuletzt in der Zukunftsprognostik liegt. Denn nicht umsonst bemerkt Wallenstein, als sein Schicksal entschieden ist, „Jetzt brauch ich keine Sterne mehr.“ Neben den ethischen und anthropologischen Aspekten ist der Blick in die Sterne auch wissenschaftsgeschichtlich von Interesse. Mit den Auswirkungen der kopernikanischen Wende und der mit ihr einhergehenden wissenschaftsgeschichtlichen Ausdifferenzierung der Himmelsbetrachtungen in Astrologie und Astronomie an der Schwelle vom 17. zum 18. Jahrhundert kommt der Astrologie als ernstzunehmender Disziplin, so ist zunächst zu vermuten, kaum noch eine Bedeutung zu. Sie wird als unseriöse Schwester der an den Universitäten gelehrten Astronomie verurteilt. So überrascht es zunächst, dass in der Zeit um 1800 die Astrologie in der Literatur sehr wohl eine Rolle spielt. Der Blick in die Sterne fungiert hier nicht nur als Moment der Grenzüberschreitung, indem er im buchstäblichen Sinne als Horizonterweiterung verstanden wird. Das Lesen und sich daran anschließende Deuten des Himmels wirft wichtige Fragen nach der Lesbarkeit und Sagbarkeit insgesamt auf. Im Moment der Wechselwirksamkeit von Bild und Text scheint eine neuartige Textur zu entstehen, die das Unvorhersehbare und damit Unsagbare als Bild im Text präsentiert.
Das Seminar findet teilweise im Block statt, da auch externe Wissenschaftler und Autoren eingeladen werden.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Hauptstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ethik / Ethik der Textkulturen / Vergleichende Literaturwissenschaft
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: OS - Oberseminar
Semester: SS 2013