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Interdisziplinäre Nachwuchstagung in Augsburg am 17./18. November 2017


(Bewerbungsschluss am 01.08.2017)

Merkmal, Makel, Möglichkeiten. Stigmatisierung als Movens in der Identitätskonstitution

Gesellschaften bieten ihren Mitgliedern Deutungssysteme, anhand derer bestimmte menschliche Merkmale (etwa der Kategorien Herkunft, Religion oder Leiblichkeit) bewertet und als Makel interpretiert werden können. Solche Stigmata sind soziale Konstrukte, die in einem Wechselspiel von Individuum und Gesellschaft als kultur- und milieuspezifisches Phänomen immer wieder neu bestimmt werden.

Für diejenige Person, die mit einem solchen Stigma belegt wird, ergibt sich die Aufgabe, mit diesem umzugehen. Dafür stehen unterschiedliche Strategien zur Verfügung. So ist u. a. ein defensiv-verheimlichender oder offensiv-auslebender Umgang mit als Makeln definierten Merkmalen möglich.

Stigmata werden in mehrfacher Hinsicht gezeichnet und festgeschrieben: Durch Worte, Erzählungen und Bilder.

Die Tagung „Merkmal, Makel, Möglichkeiten. Stigmatisierung als Movens in der Identitätskonstitution“ möchte solche Manifestationen in Wort und Bild eruieren, damit verbundene Wertungen und Deutungsansprüche sowie Bewältigungsstrategien untersuchen.

Mit diesem Themenkomplex verbinden sich unterschiedliche Fragestellungen:

  • Welche Abweichungen von Normen werden in welcher Weise verhandelt? Welche Erzählungen und Bilder werden generiert und tradiert?
  • Welche Porträts werden gezeichnet? Auf welche Weise werden Selbst- und Fremdwahrnehmung in einen Dialog / ein Zwiegespräch gebracht?
  • Welche Akteure und Sprecher verschaffen sich Gehör und welche Intentionen, Machtgefüge oder -ansprüche lassen sich ablesen?
  • Welche Bewältigungsstrategien und Lösungsideen werden präsentiert?

Es sollen Texte, Narrationen oder bildliche Darstellungen von Stigmatisierung, Stigmatisierungserfahrung und deren Bewältigung untersucht werden. Dabei kann in besonderer Weise nach einem kritischen Movens gefragt werden in der Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft.

Die geplante deutschsprachige Tagung zielt auf einen Austausch zwischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche zum beschriebenen Themenkomplex und verfolgt dabei folgende Ziele:

1)      Die Frage nach Stigmatisierung und deren Bewältigung betrifft viele Bereiche des Lebens und bestimmt in Wort und Bild unterschiedliche Diskurse. Um der Komplexität und Vielschichtigkeit des Themas gerecht zu werden, zielt die Tagung auf einen Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, insbesondere der Literatur- und Kulturwissenschaften, Philosophie, Theologie, (Kunst-) Geschichte, ebenso wie aus den Medizin- und Rechtswissenschaften.

2)      Ein Fokus der Tagung soll auf ethischen Fragestellungen liegen. Im Prozess der Stigmatisierung – wie in dem der Umgangsweise und Bewältigung derselben – lassen sich moralische Implikationen und Wertungen aufdecken. Die Betrachtung der darin sich ausdrückenden Menschen- bzw. Weltbilder kann den Blick auf ethisch-theologische Reflexionen richten.

3)      Die Tagung möchte insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler fördern und deshalb Anstoß und eine Plattform für Networking und kollegialen Austausch bieten. Die Tagung  ist zudem offen für unterschiedliche Formen der Präsentation (Vortrag, Werkstattbericht, Posterpräsentation), die den individuellen Tätigkeiten und Bedürfnissen der jeweiligen Fachkulturen entsprechen und einen Zeitraum von 15 bis 30 Minuten einnehmen können.

Der Zugang zu den Räumlichkeiten der Veranstaltung wird barrierefrei sein und bei Bedarf wird eine Kinderbetreuung angeboten.

Sofern Sie von Ihrer Universität aus keine Möglichkeit zur Kostenerstattung sehen, werden wir versuchen, die Reise- und Unterbringungskosten zu übernehmen.

Die Publikation eines an die Tagung anschließenden Aufsatzbandes ist geplant.

Willkommen sind Beiträge, die sich dem Themenkomplex „Stigmatisierung“ in Wort und Bild beschäftigen. Ein Exposé (ca. 200 - 300 Wörter) mit der gewünschten Präsentationsform kann bis zum 01.08.2017 gerichtet werden an:

tagung-stigma@phil.uni-augsburg.de

Bis zum 01.09.2017 erhalten Sie eine Rückmeldung.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen unter der genannten Kontaktadresse zur Verfügungen und freuen uns auf Ihre interessanten Beiträge.

Dorothea Ahrens, (Lehrstuhl für NDL)
Lena Hübner (Lehrstuhl für NDL) 
Martina Weingärtner (Institut für Evangelische Theologie)