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Fiktion und Bewusstsein


Dissertationsprojekt von Julian Werlitz


Eine zunehmend unsichere Unterscheidung zwischen Realität und Virtualität ist angesichts neuerer Medientechnologie schon seit einiger Zeit ein öffentlich breit diskutiertes Problemfeld. Diesem Komplex nähert sich das Dissertationsprojekt aus verschiedenen Richtungen: Zum Einen soll die Möglichkeit einer prinzipiellen Nicht-Unterscheidbarkeit ernst genommen werden, indem aktuelle Grenzfälle und deren Extrapolation die Tauglichkeit bisheriger Fiktionstheorien auf die Probe stellen. Weiterhin kann die Geschichte der Medien als stetige Zunahme des mimetischen Potentials interpretiert werden, was die scheinbare Auflösung der polaren Begriffe "Realität" und "Fiktion" als ein der Evolution der Medien inhärentes Moment zeigt. Literaturwissenschaftlich profiliert sich das Projekt in einem interpretierenden Teil, der die literarischen Figur in dieser Entwicklung verortet - einerseits durch Abgrenzung zu Figuren anderer Medien, andererseits aber mit dem erklärten Ziel, Möglichkeiten eines transmedialen Figurenbegriffs auszuloten. Hinzu kommt eine literaturhistorische Perspektive, die den fiktionalen Text als prominenten Ort inhaltlicher und formal-ästhetischer Reflexion der aufgeworfenen Probleme deutet.


Projektbetreuung:
Prof. Dr. Mathias Mayer