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Hinweise zur Gestaltung der Hausarbeit (Broschüre)


(von Michael Jaumann und Bernadette Malinowski)

1. Muster Titelblatt

2. Muster Inhaltsverzeichnis

3. Muster Literaturverzeichnis

4. Literaturnachweise in Fußnoten/ Zitieren im Haupttext

5. Hinweise zur Seitengestaltung

6. Hinweise zum Verfassen der Hausarbeit

7. Sonstige Hinweise

8. Einführungen ins wissenschaftliche Arbeiten

 

 

4. Literaturnachweise in Fußnoten / Zitieren im Haupttext

4.1 Literaturnachweise in Fußnoten

 

 

    10 Vgl. Gérard Genette: Die Erzählung. Übers. v. Andreas Knopp, mit einem Nachwort hrsg. v. Jochen Vogt, München 1994, S. 94-100.

Nach der ersten Nennung des vollständigen Titels wird in weiteren Fußnoten mit Kurztitel zitiert. Folgend zwei Fußnoten, die sich auf den gleichen Titel beziehen, direkt aufein- ander, so genügt in der zweiten Fußnote der Verweis mit "Ebd.":

    11 Genette, Erzählung, S. 102.

    12 Ebd., S. 105.

Die Titel von Fachzeitschriften werden mit ihrer geläufigen Abkürzung wiedergegeben (z.B. Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte = Euph.; für eine Liste der gebräuchlichen Zeitschriften-Siglen vgl. Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissen- schaft, München 41994, S. 121-124. Ein zweibändiger Katalog mit den Abkürzungen sämtlicher wissenschaftlicher Zeitschriften ist an der Informationsstelle der UB (Ebene 4; Teilbibliothek Geisteswissenschaften) jederzeit einzusehen.

    13 Gerhard Kaiser, "Sündenfall, Paradies und himmlisches Jerusalem in Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe", in: Euph. 65 (1971), S. 21-48.

Fußnoten dienen nicht nur dem Nachweis von Zitaten, sondern können auch Raum für zusätzliche Informationen, Ergänzungen, Kommentare etc. bieten, die nicht zur zentralen Argumentationslinie gehören:

    14 Neben dem hier beschriebenen, retrospektiv bestimmten Normalfall des Erzählens finden sich mitunter Formen der zeitlich früheren, also zukunftsorientierten Narration; allerdings ist dieser "Typ der prophezeienden Erzählung in fiktionalen Erzählungen eher selten, und er findet sich hier in aller Regel nur in Gestalt von kürzeren Binnenerzählungen." (Martinez/Scheffel, Erzähltheorie, S. 70)

 

4.2 Zitieren im Haupttext

4.2.1 Direktes Zitat

 

 

Längere (mehr als drei Zeilen umfassende) Zitate werden im Text der Hausarbeit einge- rückt und in kleinerem Schriftgrad (i.d.R. zwei Schriftpunkte kleiner als der Haupttext) wiedergegeben. Beispiel:

    Emil Ermatinger bestimmt mit einer noch klärungsbedürftigen Begrifflichkeit den künstlerisch- en Rang von Kellers Novellen folgendermaßen:

      Gottfried Kellers "Leute von Seldwyla" vereinigen den Geist der romantischen Novelle mit dem Wirklichkeitsgehalte der realistischen Heimaterzählung. Zwischen beiden und darum über beiden schwebend, ragen sie hinein in jene Höhe großer Kunst, in der zeitlich und örtlich bedingte Erzeugnisse durch das freie Schaffen des Genies zu ort- und zeitlosen Werten erhoben sind.

     

4.2.2 Kürzungen und Hervorhebungen

 

Vom Verfasser der Hausarbeit vorgenommene Kürzungen, Verweise mit "sic" auf proble- matische Stellen, Hervorhebungen etc. werden mit eckigen Klammern markiert.

Beispiel:

    Emil Ermatinger bestimmt mit einer noch klärungsbedürftigen Begrifflichkeit den künstlerisch- en Rang von Kellers Novellen folgendermaßen:

      Gottfried Kellers ?Leute von Seldwyla" vereinigen den Geist der romantischen Novelle mit dem Wirklichkeitsgehalte [sic!] der realistischen Heimaterzählung. Zwischen beiden und darum über beiden schwebend, ragen sie [...] in jene Höhe großer Kunst, in der zeitlich und örtlich bedingte Erzeugnisse durch das freie Schaffen des Genies zu ort- und zeitlosen Werten erhoben sind.

 

4.2.3 Zitieren kürzerer Formulierungen und einzelner Begriffe

 

Beispiel:

    Für Emil Ermatinger verbinden Kellers Novellen den "Geist der romantischen Novelle mit dem Wirklichkeitsgehalte der realistischen Heimaterzählung", gleichzeitig übertreffe der Text aber diese beiden Literaturformen und erreiche somit die zeitlose "Höhe großer Kunst".

 

4.2.4 Indirektes Zitat

 

Beispiel:

    Für Emil Ermatinger verbindet und übertrifft Kellers Text die Aspekte der romantischen Novelle und die Wirklichkeitsorientierung realistischer Heimatdichtung; genau daraus ergibt sich in Ermatingers noch klärungsbedürftiger Begrifflichkeit die zeitlose, aus allen zeit- genössischen Kontexten herausgelöste Kunstwirkung der Leute von Seldwyla.

 

4.2.5 Zitieren mit Sigle

 

Um den Fußnotenapparat zu entlasten, können sehr häufig und wiederholt zitierte Werke im laufenden Text mit einer Sigle (Ermatinger, Gottfried Keller = GK, S. ...) nachgewiesen werden. Die Einführung der Sigle geschieht in der Fußnote, in der das entsprechende Werk zum ersten Mal unter Angabe der vollständigen bibliographischen Daten zitiert wird.

Beispiel:

    Emil Ermatinger bestimmt mit einer noch klärungsbedürftigen Begrifflichkeit den künstlerisch- en Rang von Kellers Novellen folgendermaßen: "Gottfried Kellers "Leute von Seldwyla" vereinigen den Geist der romantischen Novelle mit dem Wirklichkeitsgehalte der realistischen Heimaterzählung." Ohne die beiden genannten Erzählformen weiter zu präzisieren, fährt Ermatinger fort:

      Zwischen beiden und darum über beiden schwebend, ragen sie hinein in jene Höhe großer Kunst, in der zeitlich und örtlich bedingte Erzeugnisse durch das freie Schaffen des Genies zu ort- und zeitlosen Werten erhoben sind (GK, S. 311).

5. Hinweise zur Seitengestaltung

 

  • Kapitelüberschriften werden durch Unterstreichung oder Fettdruck oder vergrößer- te Schrift hervorgehoben;
  • der laufende Text der Hausarbeit wird mit anderthalbfachem Zeilenabstand in einer Schriftgröße von 12 Punkt geschrieben;
  • Eine Ausnahme bilden die bereits genannten eingerückten (drei oder mehr Zeilen umfassende) Zitate: Diese werden mit einzeiligem Zeilenabstand in einer Schrift- größe von 10 Punkt geschrieben. Alle Zitate sind mit einer Fußnote genau nachzu- weisen; die Fußnotenziffer wird innerhalb des Haupttextes immer hochgestellt und steht in der Regel hinter dem Satzzeichen; in der Fußnote selbst kann sie entweder hoch- oder normalgestellt sein.

  • rechts ist ein ausreichend breiter (4-5 cm) Korrekturrand freizulassen;
     
  • die Seitenzahl befindet sich in einer Kopf- oder Fußzeile ober- oder unterhalb des Textes;
     
  • der Fußnotenbereich wird in der Regel durch einen Strich vom Haupttext abgetrennt;
     
  • Kursivierungen und andere Hervorhebungen von Einzelwörtern im Haupttext sollten sparsam gebraucht werden; eine wichtige Ausnahme sind fremdsprachige Fachausdrücke wie point of view oder die Titel zitierter Werke wie Die Leute von Seldwyla;
     
  • ob Blocksatz verwendet wird (wie auf dieser Seite) oder linksbündig geschrieben wird, bleibt dem / der Verfasser/in überlassen;
     
  • der laufende Text gliedert sich nicht nur durch Kapitelüberschriften, sondern auch durch nach Sinneinheiten gesetzte Absätze ; dabei wird die erste Zeile eines neuen Absatzes eingerückt; nicht eingerückt werden Absätze, die sich direkt an Über- schriften oder Zitate anschließen.

6. Hinweise zum Verfassen der Hausarbeit

 

  • Die Hausarbeit sollte einen durchlaufenden Text bieten; Tabellen, Stichpunktlisten, Auflistung von Thesen mittels Spiegelstrichen u.ä. sind zu vermeiden.
     
  • Keine allgemeinen Autorenbiographien; biographische Informationen sind nur dann sinnvoll, wenn sie Aufschlüsse für die Textinterpretation geben.
     
  • Keine unmotivierten Theoriereferate; statt dessen sind Theorieelemente produktiv auf die Fragestellung zu beziehen.
     
  • Keine allgemeine Einleitung; statt dessen eine in das Thema ein- und hinführende Einleitung: klare Nennung des Problems, der leitenden Fragestellungen, Zielsetzung der Arbeit; evtl. auch (begründete) Ausgrenzung von nicht behandelten, aber zum Thema gehörigen Aspekten.
     
  • Keine abstrakten und verallgemeinernden Interpretationsschemata ("Inhalt - Form" u.ä.); statt dessen sollen sich die Kategorien der Analyse spezifisch auf das Thema beziehen.
     
  • Keine abstrakten und verallgemeinernden Gliederungspunkte / Kapitelüberschriften; statt dessen: sog. sprechende, d.h. informative und sachbezogene Gliederungs- punkte / Überschriften (im günstigsten Fall gibt die Überschrift den Inhalt des Abschnitts formelhaft wieder). Die Überschriften im Text sind in Wortlaut und Numerierung identisch mit denen des Inhaltsverzeichnisses. Zu vermeiden ist eine zu grobe Gliederung ebenso wie eine "Überuntergliederung".
     
  • Laufenden Text in Absätze (Sinn- und Argumentationseinheiten) gliedern; so wenig zwei Sätze einen eigenen Gliederungspunkt ausmachen, so wenig macht ein Satz einen Absatz aus!
     
  • Der Schluß kann die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung noch einmal prägnant zusammenfassen; er kann einen Ausblick auf weitere, aber in der Untersuchung nicht thematisierte Aspekte des gegebenen Themas darstellen; er soll aber kein grundsätzlich neues Problem aufwerfen;
     
  • Alle fremden, aus der Fachliteratur oder anderen Quellen (Internet, Vorträge etc.) stammenden Informationen, Gedanken, Argumente müssen nachgewiesen werden:
     
    • * doppelter Nachweis (in Fußnoten und Literaturverzeichnis): Fachliteratur, Tonträgerquellen (Rundfunk-, Fernsehbeiträge, Kinofilme), Internet;

      * einfacher Nachweis (in Fußnoten): nicht vervielfältigte Literatur wie z.B. Originalbriefe oder mündliche Mitteilungen (Vorträge);

7. Sonstige Hinweise

7.1 Hinweise zu Sprache und Argumentation

 

 

  • Zu vermeiden ist eine bloße Aneinanderreihung von Thesen / Behauptungen; statt dessen muß jede aufgestellte These argumentativ begründet und am Text anschaulich belegt werden. Die Argumentation kann dabei vom konkreten Text- beispiel ausgehen und zunehmend ins Allgemeine gehen; sie kann aber auch umgekehrt von einer allgemeinen Behauptung ausgehen, die dann am konkreten Beispiel belegt wird;
     
  • Eine bloße These besagt nur, "daß" etwas so und so ist; ein Argument gibt Auskunft, "warum" etwas so und so ist. So wäre die Aussage "Der Falke in Boccaccios Falkennovelle ist ein Dingsymbol" lediglich eine These; begründet wird diese These erst dann sein, wenn etwa das leitmotivische Vorkommen des Falken benannt, seine unterschiedlichen Symbolebenen innerhalb des Textes aufgezeigt, seine Gesamtfunktion für die Novelle angegeben wird.
     
  • Bedenken Sie, daß Motive, Themen, Begriffe, Ideen eine eigene Geschichte haben (z.B. bedeutet "Imagination" im 18. Jahrhundert etwas anderes als im 20.); begriffsgeschichtliche Informationen bieten z.B. das Grimmsche Wörterbuch oder das Historische Wörterbuch der Philosophie (ausgezeichnet, da mit Quellen- angaben).
     
  • Versuchen Sie, subjektive Formulierungen (ich denke, ich meine, ich fühle etc.) zu vermeiden und statt dessen objektive, d.h. sachlich-neutrale Formulierungen zu verwenden.
     
  • Zeigen Sie in einer Seminararbeit, was Sie in einem Seminar gelernt haben! Machen Sie Seminarergebnisse fruchtbar, indem Sie z.B. auch auf Texte und Sachverhalte verweisen, die Analogien, Parallelen oder auch Differenzen zu dem von Ihnen zentral behandelten Text und Thema aufweisen!

 

7.2 Hinweise zum Umgang mit literarischen Quellen und Forschungsliteratur

 

Literarische Quellen:

  • Benutzen Sie, soweit vorhanden, Gesamtausgaben bzw. Historisch-Kritische Ausgaben.
     
  • Übernehmen Sie Primärzitate nie aus der Forschungsliteratur!
     
  • Strukturieren Sie Ihren Primärtext bereits bei der ersten Lektüre mittels Randnotizen und Markierungen; streichen Sie relevante Zitate an;
     
  • Arbeiten Sie in der Komparatistik nie mit Übersetzungen! Bei "gängigen" (engl., franz., ital.) Fremdsprachen genügt das Originalzitat, bei anderen Fremdsprachen - insbesondere bei solchen, die hier an der Universität nicht unterrichtet werden - evtl. Übersetzung beifügen.
     

Versuchen Sie, einen kritischen Umgang mit der Forschungsliteratur zu pflegen,

  • stellen Sie den Primärtext immer ins Zentrum Ihres Gedanken- und Argumentations- gangs;
     
  • Forschungsliteratur (früher Sekundärliteratur genannt) dient dazu, Ihren eigenen Argumentationsgang zu unterstützen, d.h. Sie bekräftigen Ihr Argument dadurch, indem Sie eine ähnliche Forschungsmeinung zitieren oder Sie verteidigen Ihr eigenes Argument gegen konträre Forschungsmeinung. In jedem Fall müssen die Forschungszitate der eigenen Argumentation untergeordnet / in diese integriert werden.
     
  • Bei der (meist sehr schwierigen) Auswahl von Forschungsliteratur ist stets von der neuesten Forschung auszugehen; Suche von Literatur über OPAC, Internet, MLA etc.; immer noch ergiebig ist der Gang ans Regal: in umfangreicheren Monographien finden sich meist auch sehr gute Bibliographien, die Hinweise auf weiterführende Literatur zu Ihrem Thema geben können; besonders geeignet sind neueste Dissertationen, da in diesen der aktuelle Forschungsstand i.d.R. aufgearbeitet ist; ferner gibt es zu einzelnen Autoren oft auch eigene Forschungsbibliographien.
     
  • Exzerpieren Sie für Ihr Thema relevante Forschungsliteratur: Versuchen Sie dabei, den Argumentationsgang des Forschers in eigenen Worten knapp wiederzugeben und notieren Sie die für Sie wichtigen Zitate.

8. Einführungen ins Wissenschaftliche Arbeiten

 

    Bangen, Georg:
      Die schriftliche Form germanistischer Arbeiten. 9., durchges. Aufl., Stuttgart 1990 (= Slg. Metzler 13).
       
    Eco, Umberto:
      Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt: Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. 2., erg. Aufl. der dt. Ausgabe, Heidelberg 1989.
       
    Krämer, Walter:
      Wie schreibe ich eine Seminar-, Examens- und Diplomarbeit?,
      Stuttgart 1992.
       
    Poenicke, Klaus:
      Wie verfaßt man wissenschaftliche Arbeiten? Ein Leitfaden vom ersten Semester bis zur Promotion. 2., neu bearb. Aufl., Mannheim/Zürich/Wien 1988.
       
    Moennighoff, Burkhard; Eckhart Meyer-Krentler:
      Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München 92001.
       
    Rothmann, Kurt (Hrsg.):
      Anleitung zur Abfassung literaturwissenschaftlicher Arbeiten. Stuttgart 1991.
       
    Standop, Ewald:
      Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. 14. Aufl., vollst. neu bearb. u. erw. v. Matthias L.G. Meyer, Heidelberg/Wiesbaden 1994.