Suche

Dramapädagogik in sprachlich und kulturell heterogenen Lerngruppen der Sekundarstufe


Übersicht

Zusammenfassung:

Geweckt vom immer lauter werdenden Ruf nach Öffnung der Schule und Universität, „community learning“ und Teilhabe von Eltern sowie Experten am Unterricht entstand 2009 die Idee, Studierenden im Bereich Deutsch als Zweit- und Fremdsprache in einem Projektseminar die aktive, praxisorientierte Teilhabe an einem dramapädagogischen Schulprojekt zu ermöglichen. Im Zentrum des Projektes stehen Möglichkeiten und Chancen offener, ästhetischer  Lernformen sowie des szenischen Spiels in der Schule für Sprachförderung in sprachlich und kulturell heterogenen Lerngruppen.

Evaluation /Forschungsbeteiligung:

Seit dem 1. Oktober 2013 werden in den vorausgehenden Projektseminaren und Kooperationen entwickelte Prinzipien der Sprachförderung und interkulturellen Begegnung mit dramapädagogischen Verfahren im Rahmen eines Forschungsprojektes am Lehrstuhl „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ evaluiert.

Das Forschungsprojekt „IME - Inszenierte Mehrsprachigkeit in drama- und theaterpädagogischen Settings im Regel- und Projektunterricht. Empirische Analysen zu sprachlich und kulturell heterogenen Kontexten unter Berücksichtigung von  Herkunftssprachen und Deutsch als Zweitsprache.“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und stellt eines der bundesweiten Projekte zur Forschungsinitiative „Sprachförderung und Mehrsprachigkeit“. 

Der Schwerpunkt im IMe-Projekt liegt auf Mehrsprachigkeit und Einbezug von Herkunftssprachen. Über das IMe-Vorhaben hinaus wird das „Drama-Projekt“ als offenes Unterrichtsprojekt und Kooperationsprojekt weitergeführt.

Für weitere Informationen vgl. die Projektdarstellung auf der Homepage des Lehrstuhls.

Auszeichnungen:

Das Projektseminar erhielt im Juli 2012 den "SPARDA Innovationspreis für kulturelle Bildung". Weitere Infos ....

Das Projektseminar erhielt im Februar 2012 den Cornelsen Stiftungspreis „Zukunft Schule 2011 - Offenes Lernen in Zeiten der Standardisierung“. Mehr Informationen dazu finden Sie unter:

http://www.cornelsen-stiftungspreis.de/wettbewerb/1.c.3081411.de

Projektverantwortung / Ansprechpartner:

  • Lehrstuhl „Didaktik des Deutschen als Zweitsprache“ der Universität Augsburg [Heike Mengele]
  • Theaterpädagogisches Zentrum (TPZ) des Jungen Theaters Augsburg [Koordinator: Volker Stöhr]

Projektstart:

19. Okt. 2009

Sponsoren und Kooperationen:

Bereits abgeschlossene Einheiten:

  • WiSe 2009/10:       Szenen um Nasreddin-Hodscha
  • SoSe 2010:           Wortfabrik
  • WiSe 2010/11:       Geld und seine Vielfalt in der Welt
  • SoSe 2011:           "Sommer, Sonne, Sonnenschein
  • WiSe 2011/12:       "Eine Stadt für dich und mich … "
  • SoSe 2012:           Kick it like…? – Rund um den Ball“
  • WiSe 2012/13:      „Wir für uns“ (Workshop Reihe Microteaching)
  • SoSe 2013:          „Viele Sprachen in der Schule“
  • WiSe 2013/14:      Sprachkrach? Sprachwach!
  • SoSe 2014:          Sprachenfluss am Herrenbach (Mittelschule Augsburg-Herrenbach)
  • WiSe 2014/15:     Bärenstarkes Babylon (Bärenkeller Mittelschule)
  • SoSe 2015:         "Ein Mops kam in die Küche" (Mittelschule Augsburg-Herrenbach)
  • WiSe 2015/16:     "Geschichten vom Fischer und seiner Frau" (Mittelschule Augsburg-Herrenbach)

 

Projektziele:

... für Studierende:

Kompetenzerwerb der Studierenden durch anwendungsorientierte Sach- und Praxisbezüge:

Studierende sollen unter anderem

  • das dramapädagogische Methodenrepertoire kennen- und anwenden lernen,
  • performative Kompetenzen entfalten,
  • Sprachförderkompetenz und
  • interkulturelle Kompetenz ausbilden.

... für Schülerinnen und Schüler:

  • Sprachförderung,
  •  interkulturelles Lernen sowie
  • Stärkung der Persönlichkeit (Ich-Kompetenzen und Wir-Kompetenzen).

Die Projektphasen:

Phase 1: Vorbereitung im Seminar

Seminar: Einführung in theater-/ dramapädagogische Methoden zu Sprachförderung und interkulturellem Lernen über Basislektüre + Referate

Workshops für Studierende: Theater- bzw. dramapädagogische Qualifizierung der StudentInnen

Konzeptentwicklung für Kleingruppenarbeit: Studierende entwerfen „eigene“ Workshops für die Projektwoche, entwickeln ressourcengeleitet Interessensschwerpunkte.

Schulbesuche: Kennenlernen & erste Erprobungsversuche & Bestandsaufnahme

In zweistündigen Seminarveranstaltungen zur Einführung werden interessierten Studentinnen der Studienrichtung „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ grundlegende Informationen den Zusammenhang theater- und dramapädagogischer Methoden und Sprachförderung vermittelt. Das theaterpädagogische „Handwerkszeug“ ist vielseitig: Ausgehend vom obligatorischen Aufwärmen, beispielsweise durch interkulturelle Spiele, werden Grundlagen zu den Bereichen Interkulturelles Theater, Rollenspiel, Körperarbeit, Ausspracheschulung und Einbinden von Mehrsprachigkeit vermittelt und in Übungen erprobt.

In  mehreren Workshops, angeleitet von Theaterpädagogen des TPZ Augsburg, werden zweckdienliche Methoden erläutert und von den Studierenden am eigenen Leib erfahren.

In Teams entwickeln die Studierenden – interessen - und ressourcengeleitet - Konzepte und didaktische Planungen „ihrer“ Kleingruppenarbeit in der Projektwoche. Es können Workshops mit unterschiedlichen thematisch-methodischen Schwerpunkten (Körperarbeit, Rollenarbeit, rhythmisches Gestalten…) angeboten werden. Theaterpädagogen und LehrerInnen stehen ihnen als Berater und Helfer zur Seite. Die Studierenden verfolgen teilweise eigene „Forschungsfragen“ und Hypothesen um die Themenkreise Deutsch als Zweitsprache, interkulturelles Lernen und Mehrsprachigkeit und werden zum forschenden Lernen – auch auf empirischer Grundlage - angehalten und dabei unterstützt.

Phase 2: Theaterworkshops mit den Jugendlichen

Selbstverantwortliches Anleiten von Workshops in Kleingruppen von 5-7 Schülern mit selbstevaluativen Einheiten und „Coaching“ durch Theaterpädagogen, LehrerInnen und der Fachdozentin.

Die Studierenden erproben eine Woche lang ihre Kompetenzen bei der Anleitung „ihrer“ Workshops in Kleingruppen. Kompetenzzuwächse bei Studierenden und SchülerInnen werden anhand didaktisch-methodischer Leitfragen und in Feedbackgesprächen reflektiert. Die Studierenden sind angehalten eigene Fragestellungen bzw. Hypothesen in Bezug auf Spracherwerb und interkulturelles Lernen aufzustellen und sich auch mit empirischen Zugängen zu befassen.

Phase 3: Dokumentation und Evaluation

In einem Portfolio stellen die Teilnehmer ihre Workshop-Konzept und die Durchführung der Kleingruppenarbeit dar. Pädagogisches Selbstkonzept, gewählte Methoden und der erzielte Zuwachs an Ausdrucksfähigkeit der Jugendlichen werden abschließend reflektiert und z.T. evaluiert. Eigene Fragestellungen bzw. Hypothesen bezgl. Spracherwerb und interkulturellem Lernen sowie Ergebnisse dieser „Forschungsaufträge“ werden im Portfolio dargestellt.

Publikationen / Weitere Materialien: