Geweckt vom immer lauter werdenden Ruf nach Öffnung der Schule und Universität, „community learning“ und Teilhabe von Eltern sowie Experten am Unterricht entstand die Idee, den Studierenden in einem Projektseminar selbst die aktive, praxisorientierten Teilhabe an der Entwicklung eines Theaterprojektes zu ermöglichen. Im Zentrum stehen insbesondere Möglichkeiten und Gewinn des szenischen Spiels in der Schule für die Sprachförderung in sprachlich und kulturell heterogenen Lerngruppen.
Das Projektseminar erhielt im Februar 2012 den Cornelsen Stiftungspreis „Zukunft Schule 2011“- „Offenes Lernen in Zeiten der Standardisierung“. Mehr Informationen dazu finden Sie unter:
oder unter:
http://www.stiftungspreis-zukunft-schule.de/wettbewerb/1.c.3081411.de
Heike Mengele
19. Okt. 2009


Kompetenzerwerb der Studierenden durch anwendungsorientierte Sach- und Praxisbezüge: Studierende sollen unter anderem
das dramapädagogische Methodenrepertoire kennen- und anwenden lernen,
performative Kompetenzen entfalten.
Sprachförderkompetenz
interkulturelle Kompetenz

Seminar: Einführung in theater-/ dramapädagogische Methoden zu Sprachförderung und interkulturellem Lernen via Basislektüre + Referate
Workshops für Studierende: Theater- bzw. dramapädagogische Qualifizierung der StudentInnen
Konzeptentwicklung für Kleingruppenarbeit: Studierende entwerfen „eigene“ Workshops für die Projektwoche, entwickeln ressourcengeleitet Interessensschwerpunkte.
Schulbesuche: Kennenlernen & erste Erprobungsversuche & Bestandsaufnahme
In zweistündigen Seminarveranstaltungen zur Einführung werden interessierten Studentinnen der Studienrichtung „Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ grundlegende Informationen über den Zusammenhang theater- und dramapädagogischer Methoden und Sprachförderung vermittelt. Das theaterpädagogische „Handwerkszeug“ ist vielseitig: Ausgehend vom obligatorischen Aufwärmen, beispielsweise durch interkulturelle Spiele, werden Grundlagen zu den Bereichen Interkulturelles Theater, Rollenspiel, Körperarbeit, Ausspracheschulung und Einbinden von Mehrsprachigkeit vermittelt und in Übungen erprobt.
In 5 Workshops, angeleitet von Theaterpädagogen des TPZ Augsburg, werden zweckdienliche Methoden zu erläutert und von den Studierenden am eigenen Leib erfahren.
In Teams entwickeln die Studierenden – interessen- und ressourcengeleitet - Konzepte und didaktische Planungen „ihrer“ Kleingruppenarbeit in der Projektwoche. Es können Workshops mit unterschiedlichen thematisch-methodischen Schwerpunkten (Körperarbeit, Rollenarbeit, rhythmisches Gestalten…) angeboten werden. Theaterpädagogen und LehrerInnen stehen ihnen als Berater und Helfer zur Seite. Die Studierenden entwickeln selbst „Forschungsfragen“ und Hypothesen um die Themenkreise Deutsch als Zweitsprache, interkulturelles Lernen und Mehrsprachigkeit aufzustellen, werden zum forschenden Lernen – bestenfalls auf empirischer Grundlage - angehalten und dabei unterstützt.
Selbstverantwortliches Anleiten von Workshops in Kleingruppen von 5-7 Schülern mit selbstevaluativen Einheiten und „Coaching“ durch Theaterpädagogen, LehrerInnen und der Fachdozentin.
Die Studierenden erproben eine Woche lang ihre Kompetenzen bei der Anleitung „ihrer“ Workshops in Kleingruppen. Kompetenzzuwächse bei Studierenden und SchülerInnen werden anhand didaktisch-methodischer Leitfragen und in Feedbackgesprächen reflektiert. Die Studierenden sind angehalten eigene Fragestellungen bzw. Hypothesen bezgl. Spracherwerb und interkulturellem Lernen aufzustellen und bestenfalls empirisch zu klären.
In einem Portfolio stellen die Teilnehmer ihre Workshop-Konzept und die Durchführung der Kleingruppenarbeit dar. Pädagogisches Selbstkonzept, gewählte Methoden und den erzielten Zuwachs an Ausdrucksfähigkeit der Jugendlichen werden abschließend reflektiert und ggf. evaluiert. Eigene Fragestellungen bzw. Hypothesen bezgl. Spracherwerb und interkulturellem Lernen sowie Ergebnisse dieser kleinen Forschungsaufträge werden im Portfolio dargestellt.
