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Wintersemester 2017/2018


Dozent(in): Prof. Dr. Natascha Sojc (Klassische Archäologie) / Dr. Andreas Hartmann (Alte Geschichte)
Termin: Dienstag, 18.15 Uhr (14-tägig)
Gebäude/Raum: Gebäude C, Hörsaal III

Inhalt:

Vor dem Hintergrund aktueller Krisen sind „Populismus“ und „Demagogie“ zu Schlüsselbegriffen der politischen Debatte geworden. Was ein „Populist“ eigentlich ist, wird dabei meist nicht weiter problematisiert, obwohl eine allgemein akzeptierte Definition nicht existiert. Tatsächlich gehört „Populismus“ – ähnlich wie „Magie“ oder „Aberglaube“ – zu einem Arsenal polemischer Begriffe, die seit der Antike der Aushandlung gesellschaftlicher Normen dienen. Umgekehrt lässt sich auch die pauschale Verdammung der herrschenden Elite als einer gierigen und korrupten Clique als „populistisches“
Motiv bereits bis in die Antike zurückverfolgen.

Schon von der Wortgeschichte her liegt auf der Hand, dass die Altertumswissenschaften zu den aktuellen Debatten um „Demagogie“ und „Populismus“ einiges beizutragen haben, zumal die Rezeption der antiken Präzedenzfälle sowie der antiken Staatstheorien das Denken über die Gefahren einer von Demagogen gesteuerten „Pöbelherrschaft“ maßgeblich beeinflusst hat. Diese Linie antiker Demokratiekritik wurde in
jüngster Zeit wiederbelebt, indem etwa der amerikanische Politologe Jason Brennan eine Beschränkung des Wahlrechts auf „kompetente“ Bürger fordert.

Die jüngere altertumswissenschaftliche Forschung hat demgegenüber erfolgreich versucht, ein differenziertes Bild der „Demagogen“/„Populisten“ und ihrer Praktiken zu zeichnen. Die Vortragsreihe möchte in diesem Sinne exemplarisch Facetten von „Demagogie“ und „Populismus“ beleuchten. Damit soll ein Beitrag zum einen zu einer Motivgeschichte des politischen Diskurses, zum anderen zur sozialwissenschaftlichen Modellbildung geleistet werden.

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