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Schriften der Phil. Fakultäten - Leseproben

Band 75
HANS VILMAR GEPPERT
Literatur im Mediendialog. Semiotik, Rhetorik, Narrativik: Roman, Film, Hörspiel, Lyrik und Werbung.

Wie verändern Formen medialer Wahrnehmung unser Verständnis für Literatur? Fontane, Heinrich Mann, Döblin, Brecht, Katherine Mansfield, Christa Wolf, Günter Eich, Paul Celan und viele andere werden hier zusammengesehen mit Medien wie Hörspiel, Film, Design und immer wieder Werbung. Dabei geht es um produktive, vor allem aber um interpretative Wechselwirkungen. So ist dieses Buch zugleich eine anschauliche und exemplarische Einführung in semiotische, rhetorische, narrative und lyriktheoretische Kategorien der Literatur- und Medienanalyse.

Aus dem Inhalt: ?Welchen der Steine du hebst.? Charles S. Peirces Semiotik und ihre literatur- und medienwissenschaftlichen Perspektiven. ? ?Ist die Nacht von der E-Klasse erhellt.? Rhetorik in Literatur, Design und Werbung. ? ?Von einem einfachen Mann wird hier erzählt.? Dreistellige Erzählsemiotik in Berlin Alexanderplatz - Roman, Hörspiel, Film und Fernsehserie. ? ?Nicht so wild Effi!? Verfilmungen eines literarischen Felds. ? ?Wer hat das gemacht?? Von Heinrich Mann Professor Unrat zu Josef von Sternberg Der Blaue Engel und zurück. ?Wenn ich mit dir rede kalt und allgemein.? Bert Brechts Lesebuch für Städtebewohner im Kontext von Rundfunk, Film und Roman der 20er Jahre. ? ?Perfect Perfect.? Das kodierte Kind in Werbung und Kurzgeschichte (Katherine Mansfield, Marie-Luise Kaschnitz, Gabriele Wohmann, Christa Wolf u. a.). ? ?Und raucht Ernte 23 und alles war wieder gut.? Zur Poesie der Werbung.

Band 74
GREGOR WEBER (Hg.)
Europa im Blick. Siebtes gemeinsames Symposion der Universitäten Augsburg und Osijek.

Grundlegend für alle mit Europa verbundenen Fragestellungen ist die Erkenntnis, dass sie sich ohne genaue Kenntnis der historischen und kulturellen Prägungen nicht beantworten lassen. Die wesentliche Aufgabe dieser inhaltlichen Auseinandersetzung besteht darin, sich intensiv mit den Bildern und Erfahrungen der Vergangenheit und Gegenwart auseinander zu setzen. Die hier vorgelegten Beiträge gehen auf ein interdisziplinäres Symposion der Universitäten Augsburg und Osijek zurück. Theodor Fontane und der europäische Naturalismus, Hugo von Hofmannsthal, die Sprachen des Balkanraums, der europäische Arbeitsmarkt und der Zweite Weltkrieg in der Erinnerungskultur sind nur einige der Themen dieses Bandes. Sie werden durch das gemeinsame Ziel zusammengehalten, ?Europa in den Blick? zu bringen.

Mit Beiträgen von Josip Babi? ? Dra?en Barkovi?, ?eljko Turkalj u. Ivana Barkovi? ? Karl Filser ? Stipe Ivanda ? Günter Lang ? Zvonimir Lauc ? Hans Vilmar Geppert ? Gunther Gottlieb ? Eva Matthes ? Konrad Schröder ? Theo Stammen.

Band 73
WERNER WIATER (Hg.)
Didaktik der Mehrsprachigkeit. Theoriegrundlagen und Praxismodelle.

Die Mehrsprachigkeit ist das Thema der Zukunft! Das Leben in der globalisierten Welt von heute und morgen mit ihrer Raum und Zeit überwindenden Information, Kommunikation und Kooperation ist ohne mehrsprachige Kompetenz kaum noch zu meistern, und die großen Migrationsbewegungen in die westliche Hemisphäre, die seit einem Jahrzehnt eingesetzt haben, lassen sich ohne sie nicht konfliktfrei und erfolgreich bewältigen. Die Europäische Union hat darauf mit ihrer Forderung nach Dreisprachigkeit ihrer Bürger reagiert und Schule und Unterricht in ihren Mitgliedstaaten entsprechend in die Pflicht genommen. Das hat weitgehende Konsequenzen für den Sprachenunterricht in der Schule.

Das Buch stellt Theorien und Praxismodelle für einen mehrsprachigen Unterricht zusammen, der den veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen gerecht wird. Es weist auf Möglichkeiten und Grenzen der Didaktik der Mehrsprachigkeit hin und zeigt, wie der Sprachenunterricht an den Schulen Europas (und über Europa hinaus) in Zukunft organisiert werden sollte.

Band 72
BERNADETTE MALINOWSKI (Hg.)
Im Gespräch: Probleme und Perspektiven der Geisteswissenschaften.

Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften ? zwei einander entgegenstehende Kultur- und Erkenntnissysteme, so lautet eine weit verbreitete Parole. Im bildungspolitischen Diskurs geraten die Geisteswissenschaften leicht ins Hintertreffen: Ohne im naturwissenschaftlichen Sinn auf Objektivität pochen zu können, steht ihre Position nicht selten zur Debatte.

Der Rolle der Geisteswissenschaften in Wissenschaft und Gesellschaft widmen sich die hier versammelten Beiträge, die aus einem interdisziplinären Gesprächskreis der Universität Augsburg hervorgehen. Aus unterschiedlicher Sicht wird u. a. nach dem Wissenschaftsverständnis der Geisteswissenschaften, ihrem Ort im Wissenschaftssystem, ihrem Verhältnis zu anderen Disziplinen oder ihren Aufgaben gegenüber der Gesellschaft gefragt und aktuelle Perspektiven geisteswissenschaftlicher Lehr- und Forschungspraxis aufgezeigt. Nicht zuletzt erfährt das Verhältnis zwischen Geistes- und Naturwissenschaften neue, zukunftsweisende Akzentuierungen.

Hans Peter Balmer: Wissenschaft im Kontext. Reflexionen zu den Formen des Wissens ? Christoph Becker: Von der Werthaltigkeit der Jurisprudenz als Wissenschaft ? Wilfried Bottke: Universität und Geisteswissenschaften ? Ulrich Eckern / Armin Reller: Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Augsburg: Perspektiven für nachhaltige Kooperationen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ? Hans Vilmar Geppert: ?Wozu das alles?? Bekenntnisse eines Komparatisten ? Thomas Hausmanninger: Wissenschaft und Weltdeutung. Zur Frage nach dem Subjekt im Prozess wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung ? Gert Ingold: Farbenlehre und die blaue Orange. Einige Gedanken zum Verhältnis von Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Poesie ? Helmut Koopmann: Zur Krise der Geisteswissenschaften ? Henning Krauß: Interpretationsgesellschaft und Informationsgesellschaft ? Till R. Kuhnle: Die ungeliebten Kernfächer ? eine Streitschrift zum Ethos der Geisteswissenschaften ? Eva Matthes: Geisteswissenschaften in die Offensive! Historisch-systematische Reflexionen über Stellenwert und Relevanz der Geisteswissenschaften ? Manfred Negele: Leben des Geistes. Zur Denkwürdigkeit von G. W. F. Hegels ?Phänomenologie des Geistes? ? Manfred Scholz: Zur Zukunft der Geisteswissenschaften ? Wolfgang Weber: Kröte Klio. Kritische Bemerkungen zur gegenwärtigen Lage der deutschen Geschichtswissenschaft ? Hubert Zapf: Krise und Notwendigkeit der Geisteswissenschaften ? StudentenStimmen: Claudia Ehinger ? Sabine Kallweit ? Katharina Maier ? Adrian Schüller ? Thomas Sing.

Band 71
ANDREAS ZELLHUBER
?Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu ...?. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941?1945.

Sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht die NS-Herrschaft über weite Teile Europas noch immer im Zentrum des zeitgeschichtlichen Interesses. Nach wie vor stellt sich der Forschung die Aufgabe, Lücken in der Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft zu schließen. Mit Andreas Zellhubers Studie liegt nun erstmals eine systematische Untersuchung des 1941 ins Leben gerufenen Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete vor.

Als oberste Besatzungsbehörde für die zivilverwalteten Gebiete der Sowjetunion nahm das von Alfred Rosenberg besetzte Ostministerium gegenüber vergleichbaren NS-Institutionen eine Sonderstellung ein. Allein die Zentrale in Berlin beschäftigte rund 1.600 Mitarbeiter. Hinzu kamen mehr als 20.000 Beamte, Angestellte und Offiziere in den okkupierten Gebieten (Baltikum, Weißrußland und Ukraine).

Die Dimensionen des ?Mammutministeriums? stehen im Gegensatz zu dem Bild, das Zeitgenossen und Zeithistoriker von der Leitung und Wirksamkeit der Besatzungsverwaltung überliefern. Rosenberg erscheint als ?untüchtiger Philosoph? im Ministerrang, seine Behörde als schwach, einflußlos und unfähig. Trieb die Verwaltung der Ostgebiete, wie ein Zeitgenosse resignierend feststelle, tatsächlich ?mit unausweichlicher Folgerichtigkeit einer Katastrophe zu??

In Auseinandersetzung mit dieser These fragt Andreas Zellhuber nach dem Rußlandbild der deutschen Planungs- und Verwaltungseliten, der Gründungsgeschichte des Ministeriums und der Organisationsstrukturen des Verwaltungsapparates, nach der ideologischen und mentalen Prägung der Mitarbeiter sowie nach dem Verhältnis von Verwaltung und Vernichtung in den besetzten Ostgebieten. Er bringt so die persönlichen und die strukturellen Ursachen für das Scheitern des Ministeriums Rosenberg sowie die Mitverantwortung des Ministers und seines Stabes für den Holocaust in den Blick.

Band 70
PETER WALDMANN (Hg.):
Diktatur, Demokratisierung und soziale Anomie.

Das Konzept ?soziale Anomie" wurde von Emil Durkheim in die Soziologie eingeführt. Es diente dazu, Zustände der Orientierungslosigkeit und Normauflösung zu erfassen, die in Europa infolge des beschleunigten Wandels von der Agrar- zur Industriegesellschaft zu beobachten waren. Anomie kann aber auch das Ergebnis von Machtstrategien sein, die darauf abzielen, die normativen Grundlagen eines Gemeinwesens auszuhöhlen und eine schrankenlose Herrschaft zu errichten.

In dem Sammelband werden beide Gesichtspunkte miteinander kombiniert. Zum einen werden Diktaturen auf die von ihnen ausgehenden anomischen Effekte hin untersucht. Zum anderen wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Wechsel von diktatorischen zu demokratischen Regierungssystemen mit normativer Verunsicherung verbunden ist.

Die Fallbeispiele sind durchweg der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entnommen. Sie weisen eine breite geographische Streuung auf. Dem wiederholten Wechsel von der Diktatur zur Demokratie in Deutschland ist ein eigener Abschnitt gewidmet.

P. Waldmann: Diktatur und Anomie - ein Forschungsprojekt ? H. Thome: Das Konzept sozialer Anomie als Analyseinstrument ? M. R. F. Hamzeh?ee: Soziale Anomie im Iran in der Schah-Ära ? H.-J. Frieß: Gesellschaftliche Doppelmoral und politische Stabilität. Das Castro-Regime auf Kuba ? W. L. Bernecker: Demokratisierung und Desorientierung: Spanien nach 1975 ? D. Nolte: Angst vor Anomie statt Anomie: Verunsicherung und Zukunftsangst nach der Ablösung des Pinochet-Regimes in Chile ? M. Soledad Lagos de Kassai: Literarische Produktion der chilenischen und spanischen trancisión ? D. Aleksandrowicz: Normative Labilität im Sozialismus und im Systemumbruch ? T. Fisac / L. Fernandez-Stembridge: Uncertainty and Social Change in the People?s Republic of China ? P. Birle: Transformation und Anomie - Der Fall Polen ? T. Dömötörfi: Demokratisierung und soziale Anomie in Ungarn ? M. Schoierer: Demokratisierung und soziale Anomie nach der NS-Diktatur ? H. Fehr: Krisen des Übergangs. Überlegungen zur Integrations- und Legitimationsproblematik vor und nach dem revolutionären Umbruch von 1989 ? P. Waldmann: Versuch einer Bilanz.

Band 69
WOLFGANG HASBERG (Hg.) in Verbindung mit VOLKER DOTTERWEICH:
Erinnern ? Gedenken ? Historisches Lernen. Symposium zum 65. Geburtstag von Karl Filser

Die aktuelle Diskussion um "Erinnerungskultur" und "kollektives Gedächtnis" steht im Mittelpunkt dieses Sammelbandes. In sechs methodisch und thematisch eigenständigen Beiträgen fragen Geschichtsdidaktiker und Historiker danach, inwieweit die "Theorie des kollektiven Gedächtnisses" durch die Geschichtswissenschaft rezipiert wurde, sich im Rahmen derselben als tragfähig erweist und ? aus geschichtsdidaktischer Perspektive ? rezeptionswürdig erscheint. Insgesamt vermittelt der Band, dem ein Augsburger Symposion aus Anlaß des 65. Geburtstages von Karl Filser zugrunde liegt, ein facettenreiches Bild der Auseinandersetzung mit dem erinnerungskulturellen Forschungskonzept.

Wolfgang E. J. Weber: Das "kulturelle Gedächtnis". Bemerkungen zur Wahrnehmung und Aneignung einer kulturhistorischen Konzeption ? Heinz Sproll: Urbs und Orbis: Zwei Gedächtnisorte römischen Geschichtsbewusstseins ? Uwe Uffelmann: Erinnerungsräume: Legitimation, Delegitimierung und Distinktion - Drei mittelalterliche Fallbeispiele zur Wirkung des Funktionsgedächtnisses ? Rolf Kießling: Treue zum Fürsten - Kampf um die Freiheit. Der Bauernkrieg als "Erinnerungsort" in Altbayern und Schwaben ? Bodo von Borries: Historisches Lernen im Kunstmuseum? Das Beispiel der Hamburger Kunsthalle ? Wolfgang Hasberg: Geschichtsunterricht - Erinnerungs- oder Gedächtnisort?

Band 68
WERNER WIATER / ELISABETH DALLA TORRE / JÜRGEN MÜLLER:
Werkstattunterricht. Theorie ? Praxis ? Evaluation

In den letzten eineinhalb Jahrzehnten ist der ?offene Unterricht" zu einem zentralen Thema der Schulpädagogik geworden. Immer häufiger wird in diesem Zusammenhang auch von ?Werkstattunterricht" als einer Grundform des offenen Unterrichts gesprochen sowie von Lernwerkstätten und von Werkstattlernen.

Wiater, Dalla Torre und Müller setzen sich mit diesen neuen Ansätzen auseinander. Sie klären ihre theoretischen Hintergründe, beschreiben und demonstrieren ihre schulpraktische Bedeutung und evaluieren ihre Effizienz im Schulalltag.

Lehrerinnen und Lehrer finden eine Fülle von konkreten Beispielen für das Lehren und Lernen mit Werkstätten. Zahlreiche Materialien und Illustrationen regen an, die eigene Unterrichtsgestaltung entsprechend zu innovieren.

Band 67
MARGRET ARNOLD:
Aspekte einer modernen Neurodidaktik. Emotionen und Kognitionen im Lernprozess

Emotionale Intelligenz und emotionale Kompetenz ? Selbstbewußtsein, Selbststeuerung und Selbstmotivation, Empathie und Sozialverhalten ? spielen in der Pädagogik und Schulpädagogik eine immer größere Rolle.

Margret Arnold stellt in diesem Zusammenhang die Erkenntnisse der jüngsten amerikanischen Gehirnforschung vor. Amerikanische Neurowissenschaftler haben mit Hilfe der Tomografie nachgewiesen, daß Emotionen an der Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe von Informationen wesentlich beteiligt sind. Emotionen energetisieren, initiieren, verbinden und bewerten Gedanken und Ideen. Dies bedeutet, daß Emotionen geistige Flexibilität und Lernfähigkeit aufrecht erhalten wollen.

Die Autorin fragt nach den Konsequenzen, die sich aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaften für die didaktische Forschung und für die schulische Praxis ergeben. Sie vermittelt aktuellste amerikanische Theorien zu ?Brain-Based Learning and Teaching" und konfrontiert die amerikanischen Konzepte mit dem deutschen Diskussionsstand zum Thema ?Schulentwicklung".

Die Untersuchung bringt die Bedeutung von Emotionen für Lernprozeß, Lernfähigkeit, Kreativität und Intelligenz im allgemeinen in den Blick. Sie leistet damit einen nicht unwesentlichen Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion über die Schulreform.

Band 66
MARIANNE DANCKWARDT (HG.)
Augsburger Bach-Vorträge. Zum 250. Todesjahr von Johann Sebastian Bach

Zum 250. Todesjahr Johann Sebastian Bachs im Jahr 2000 hat der Lehrstuhl für Musikwissenschaft der Universität Augsburg eine Vortragsreihe konzipiert, die unterschiedliche Zuhörerkreise ansprechen sollte: vom Musikwissenschaftler und Musiker über den musizierenden Laien bis zum begeisterten Musikhörer oder einfach "nur" Neugierigen. Die für den Druck zum Teil erheblich erweiterten Vorträge machen deutlich, wie facettenreich das Bild der heutigen Zeit von der Musik Bachs ist.

Jürgen Eppelsheim: Praeludium es-Moll und Fuge dis-Moll. Tonarten im Wohltemperierten Klavier ? Johannes Hoyer: Die Turbae-Chöre in Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion BWV 245 zwischen Tradition und Innovation ? Werner Breig: Bachs Instrumentalkonzerte: Komposition - Transkription - Rekonstruktion ? Erich Tremmel: Aus Bachs Instrumenten-schrank ? Friedhelm Brusniak: Faszination an B - A - C - H ? Karl Heller: Bach und das Konzert für Tasteninstrumente ? Andreas Jacob: Der III. Teil der Klavierübung von Johann Sebastian Bach: Genese, Kontext und kompositorische Strukturen ? Marianne Danckwardt: Zur Sprachvertonung in den Motetten Johann Sebastian Bachs ? Christoph Wolff: Bach und das Ende des Barock.

Band 65
PEDRO BARCELO u. VEIT ROSENBERGER (HG.) in Verbindung mit VOLKER DOTTERWEICH:
Humanitas ? Beiträge zur antiken Kulturgeschichte.

Festschrift für Gunther Gottlieb zum 65. Geburtstag

Die hier versammelten 14 kulturgeschichtlichen Aufsätze und Studien aus der Feder von namhaften Fachkollegen spiegeln aus unterschiedlichen Blickwinkeln die weitgefächerten Forschungsinteressen des Augsburger Althistorikers Gunther Gottlieb wider, dem dieser Band zum 65. Geburtstag gewidmet ist. Der thematische Bogen spannt sich von der Geschichtsschreibung Herodots über die römischen Provinzen Rätien und Hispanien bis hin zu Aspekten der Spätantike und der antiken Romanliteratur.

Géza Alföldy: Probleme rätischer Inschriften. Zur Methode der epigraphisch-historischen Forschung ? Pedro Barceló: Constantins Visionen: Zwischen Apollo und Christus ? Thomas S. Burns: Imperial Propaganda and the Barbarians: Marius, Caesar, and Augustus ? Juan José Ferrer Maestro: Patriotismo y negocios. Una visión de la clase dirigente romana en el periodo de las guerras púnicas ? Fritz Gschnitzer: Herodots makedonische Quellen ? Bernhard Hildebrand: Der Limes als Kulturgrenze ? Valentin Kockel / Gode Krämer: Ein verlorenes Fragment der Ara Pacis Augustae ? Michaela Kostial-Gürtler: Zum Wegwerfen viel zu schade: Stempelwieder- und -weiterverwendung in der keltischen Münzprägung ? Wolfgang Kuhoff: Zwei Altersresidenzen römischer Kaiser:Aspalathos und Romuliana ? Marion Lausberg: Entwicklungsstufen der Kultur im Roman des Longos ? Arturo Oliver Foix: La composición de la sociedad iberica en el contexto cultural mediterráneo ? Mechtild Overbeck / Bernhard Overbeck: Die Revolte des Poemenius zu Trier ? Dichtung und Wahrheit ? Klaus Rosen: Cor regum inscrutabile. Eine quellenkritische Untersuchung zur Bekehrung Constantins des Großen ? Veit Rosenberger: Kommunizierende Köpfe. Ein Versuch über Körpergeschichte bei Herodot.

Band 63
CHRISTINE MICHLER (Hg.): Ziele und Inhalte des Französischunterrichts in Deutschland ? Buts et contenus de l'enseignement du français en Allemagne.

Kolloquium anlässlich des 60. Geburtstags von Fritz Abel am 7. Dezember 1999

Der Band vereinigt die Beiträge eines Kolloquiums, zu dem der 60. Geburtstag des Augsburger Romanisten und Fachdidaktikers Fritz Abel den Anlaß gab. Renommierte Referenten aus Frankreich, Kanada und Deutschland beleuchten die für sein wissenschaftliches Werk zentrale Frage nach den Zielen und Inhalten des Französischunterrichts in Deutschland. Sie zeigen verschiedene Facetten der Disziplin auf und rücken aus unterschiedlichen Perspektiven die Bedeutung der Fachdidaktik für die Ausbildung künftiger Französischlehrer in den Blick. Ein Anhang dokumentiert die praktische Realisierung dieser Aufgabe, wie sie der Augsburger Lehrstuhl für Didaktik des Französischen wahrnimmt.

Karl-Heinz Eggensperger: Aktuelle politische Institutionen und ihre Versprachlichung in neueren Lehrwerken für den Französischunterricht in Deutschland SRudolf Kerscher: Was darf die Schule von der Romanistik erwarten? SClaude Germain: Approche communicative et didactique de la grammaire SHermann H. Wetzel: Unverzichtbares im Unterricht der französischen Literatur SJean-Paul Barbe: Du bon usage des cultures étrangères ou Pour une maîtrise de µinterculturalité SCharles Muller: Aimez-vous les frontières? SCharles Muller: Sombernon, 15 août 1944. Extrait des Mémoires inédits de µauteur SFritz Abel: Aufgaben der Französischdidaktik Sder Augsburger Ansatz in 16 Thesen.

Band 62
JOHANNES BURKHARDT (Hg.)
Krieg und Frieden in der historischen Gedächtniskultur
Studien zur friedenspolitischen Bedeutung historischer Argumente und Jubiläen von der Antike bis in die Gegenwart

In diesem Band wird die Frage nach der Bedeutung historischer Argumente für die "Große Politik" an einem brisanten Thema erprobt: der Entscheidung für Krieg oder für Frieden. Denn politische Entscheidungen wurden und werden nicht in einem rein gegenwärtigen Raum getroffen und argumentativ durchgesetzt, sondern vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen und Orientierungen. In welcher Weise und mit welchen Wirkungen wurde die Geschichte für die Sicherung des Friedens, wie für seine Aufkündigung in Anspruch genommen?

G. Gottlieb: Geschichte als Argument für Krieg und Frieden im alten Griechenland SP. Kalning: Funktionalisierung von Geschichtsschreibung in Kriegslehren des späten Mittelalters SChr. Kampmann: "Arbiter of Christendom" und europäisches Gleichgewicht. Zu Geschichtsdenken und Politik im England des 17. Jahrhunderts SR. Hansen: Das Privileg von 1460 im deutsch-dänischen Nationalkonflikt des 19. Jahrhunderts SJ. Burkhardt: Die kriegstreibende Rolle historischer Jubiläen im Dreißigjährigen Krieg und im Ersten Weltkrieg SE. François/Cl. Gantet: Vergangenheitsbewältigung im Dienst des Friedens und der konfessionellen Identität. Die Friedensfeste in Süddeutschland nach 1648 SW. Siemann: Auf der Suche nach einer Friedensordnung: Das Jubiläum der Revolution von 1848 im Nachkriegsdeutschland.

Band 61
WOLFGANG E. J. WEBER (Hg.)
Caspar Thurmann: Bibliotheca statistica. Halle 1701
Politik, Staatsrecht und Zeitgeschichte in einer frühneuzeitlichen Bibliographie raisonné.
Mit einem Register von Andreas Wendlberger und Christian Rohrer

Dieser Faksimiledruck macht die erste staatstheoretische, staatsrechtliche und politikgeschichtliche Bibliographie zugänglich, die in Deutschland erschienen ist. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals gedruckt, spiegelt sie zwei Prozesse wider, die sich wechselseitig bedingten: einerseits den Import der Idee der Staatsräson aus Italien, ihre Verarbeitung, Neukonzeption und staatsrechtliche Umsetzung nach dem Westfälischen Frieden; andererseits den institutionellen Ausbau und die Kompetenzerweiterung des frühmodernen Staates mit dem vorrangigen Ziel, den Konfessionsstreit stillzulegen und das eigene Territorium angesichts wachsender politischer und wirtschaftlicher Konkurrenz im Inneren und nach Außen zu stabilisieren.

Eine ausführliche Einleitung informiert über den Juristen Caspar Thurmann und ordnet die Bibliotheca statistica in den biographischen und historischen Zusammenhang ein. Ein detailliertes Register erschließt die Bibliographie.

Band 60
ANDREAS WIRSCHING (Hg.)
Die Bundesrepublik Deutschland nach der Wiedervereinigung
Eine interdisziplinäre Bilanz

Trotz unleugbarer Krisensymptome hat sich die Bundesrepublik Deutschland in den zehn Jahren seit der Wiedervereinigung als stabil erwiesen. Gleichwohl gehen in der deutschen Gesellschaft die Auffassungen über den eigenen Standort weit auseinander. Auch die in diesem Band vereinigten Beiträge geben im Hinblick auf die Frage, wie festgefügt der innere Zustand der "neuen" Bundesrepublik beim Eintritt in das 21. Jahrhundert tatsächlich sei, zum Teil konträre Antworten. Ebenso führte die interdisziplinär und jeweils neu gestellte Frage nach Tradition und Wandel, Bruch und Kontinuität in der Geschichte der Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung zu unterschiedlichen Ergebnissen.

J. Becker: Wiedervereinigung und Deutsche Frage ? A. Wirsching: Grundgesetz und Verfassungswandel ? Th. Stammen: Politische Kultur nach der Wiedervereinigung ? P. Waldmann: Elitenwechsel im Zuge der Wiedervereinigung ? Fr. W. Graf: Der deutsche Protestantismus nach der Wiedervereinigung ? H. J. Meyer: Der deutsche Katholizismus nach der Wiedervereinigung ? H. Koopmann: Die Wiedervereinigung in der deutschen Literatur ? K. H. Hoffmann: Wissenschaftspolitik im Spannungsfeld von Zentralismus und Föderalismus.

Band 59
MARTIN KUESTER, GABRIELE CHRIST u. RUDOLF BECK (Hg.)
New Worlds: Discovering and Constructing the Unknown in Anglophone Literature. Presented to Walter Pache on the Occasion of his 60th Birthday - 2000

The contributors to this volume all respond in their own ways to the general topic suggested by the concept of New Worlds, interpreting this term geographically, philosophically, or historically, or responding to it in a very personal fashion. While the common thread running through most of these essays and poems is the discovery, construction and deconstruction of identity, the authors withstand the temptations of a reductive thematic reading of literary texts that relies on totalizing concepts of identity. Rather, they respond to and acknowledge the complexities that the encounter with various forms of the unknown can take in the "old" and "new" literatures written in English.

Contributors: Rudolf Beck - E.D. Blodgett - Helmut Bonheim - Ulrich Broich - Gabriele Christ - Dennis Cooley - Gaby Divay - Maria Frühwald - Hans Vilmar Geppert - Albert-Reiner Glaap - Sherrill Grace - Konrad Gross - Rosmarin Heidenreich - Wolfgang Klooss - Barbara Korte - Robert Kroetsch - Martin Kuester - Reingard M. Nischik - Hanspeter Plocher - Manfred Pütz - Magdalene Redekop - Hubert Zapf.

The present Festschrift had been planned by students, friends and colleagues to honour Walter Pache on the occasion of his 60th birthday. It is now dedicated to his memory.

Band 58
Christian Keck
Das Bildungs- und Akkulturationsprogramm des bayerischen Aufklärers Heinrich Braun
Eine rezeptionsgeschichtliche Werkanalyse als Beitrag zur Kulturgeschichte der katholischen Aufklärung in Altbayern
Mit einer Werkausgabe auf CD-ROM

Heinrich Braun (1732-1792) trat als Reformer und Modernisierer im bayerischen Kulturleben hervor. Zwischen 1765 und 1785 gestaltete er die Kulturpolitik des Kurfürstentums Bayern in den wesentlichen Bereichen Sprache, Kommunikation, Schule, Bildung und Religion aktiv mit. Zugleich trat er durch ein umfangreiches einschlägiges Schrifttum hervor. Sein vielfältiges reformerisches und schriftstellerisches Wirken zeigt sich von einem übergreifenden Bildungs- und Akkulturationsprogramm zusammengehalten, das typische Elemente der katholischen Aufklärung enthält.

Kecks Studie unterzieht das Gesamtwerk von Braun einer programmatisch-inhaltlichen und rezeptionsgeschichtlichen Analyse. Sie fragt aus kulturgeschichtlicher Perspektive nach Inhalten, Werten und Visionen, nach logischen Strukturen und konkreten Strategien seines Aufklärungsprogramms, nach den geistigen Strömungen sowie den älteren und zeitgenössischen Autoren, die Braun rezipiert hat, und nach dem Gewicht, das jenen im Rahmen seines Werkes zukommt. Sie bringt mit bislang unbekannter Intensität einen für die altbayerische Aufklärung repräsentativen Reformer in den Blick und macht deutlich, inwieweit von einer genuin "katholischen Aufklärung" im deutschen Kulturraum gesprochen werden kann.

Eine Werkausgabe auf CD-ROM macht Heinrich Brauns Hauptschriften in zeitgemäßer Form zugänglich.

Bitte beachten: Darstellung (in Buchform) und CD-ROM-Werkedition sind in sich geschlossene und unabhängig von einander benutzbare Veröffentlichungen.
Band 57
Wolfgang Wüst
Censur als Stütze von Staat und Kirche in der Frühmoderne
Augsburg, Bayern, Kurmainz und Württemberg im Vergleich. Einführung - Zeittafel - Dokumente

Seit einigen Jahren findet die Geschichte der Zensur in der internationalen Forschung große Beachtung. Denn das historische Interesse an den Organisationsformen der Zensur eröffnet bislang unbekannte Zugänge zur Institutionalisierung kirchlicher und weltlicher Macht. Darüber hinaus erscheint das Spektrum politischer, gesellschaftlicher, religiöser und moralischer Normen in einem neuen Licht.

Diese Studie konzentriert sich auf die Epoche der Frühen Neuzeit. Sie setzt sich damit von den klassischen Untersuchungsfeldern der Zensurforschung ab. Im Mittelpunkt steht das Wechselspiel zwischen der kaiserlichen Bücherkommission in Frankfurt am Main und den Zensurgremien der aufstrebenden Territorialstaaten Bayern, Württemberg und Kurmainz sowie der Reichsstadt Augsburg. Exemplarisch werden so die Nahtstellen zwischen Konfession, Politik und Zensur in den Lebenswelten des Alten Reiches zur Darstellung gebracht.

Ausgewählte Quellen und Bilddokumente aus dem Stadtarchiv Augsburg veranschaulichen die Praxis der reichsstädtischen Zensoren.

Band 56
Werner Wiater
Rezeptionsgeschichtliche Studien zur Reformpädagogik

Seit Jahren ebbt die Kritik an der staatlichen Regelschule nicht ab. Gleichzeitig verstärkt sich das Interesse an schulpädagogischen Ideen aus der Zeit der Reformpädagogischen Bewegung von 1890 bis 1933. Diese war bereits in den sechziger und siebziger Jahren ins Zentrum der pädagogischen Diskussion getreten. Das heute neu entfachte Interesse verbindet sich mit der Hoffnung, die Schwierigkeiten, Frustrationen und Friktionen des gegenwärtigen Schul- und Erziehungsalltags mit Hilfe von Innovationen der großen Reformepochen mildern oder abstellen zu können. Derartige hochgesteckte Erwartungen fordern zu rezeptionsgeschichtlichen Analysen der schulpädagogischen Reformideen heraus.

Im Mittelpunkt des Bandes stehen vier erstmals veröffentlichte Studien. Sie thematisieren die Leitideen der großen reformpädagogischen Bewegungen dieses Jahrhunderts im wissenschaftlichen Diskurs und in erziehungspraktischen Anwendungsfeldern: Der Einfluß J. J. Rousseaus auf die Reformpädagogische Bewegung (1890-1933) - Georg Kerschensteiner (1846-1932) - Mittelschichtorientierte Erziehungsratgeber in der Zeit antiautoritärer Reformideologie - Das Unterrichtsprinzip Selbsttätigkeit.

Band 55
Gunther Gottlieb
Von der Macht der Geschichte
Drei Beiträge zum theoretischen und praktischen Umgang mit der Geschichte

Unter dem Titel "Von der Macht der Geschichte" sind drei Abhandlungen zusammengefaßt, die seit 1993 aus konkreten Anlässen entstanden sind, über Geschichte in ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung nachzudenken:

1. Erbe als Last? Die Antike im Kontext unserer Kultur
2. Die Macht der Geschichte, die Verantwortung des Historikers und die Frage nach der Zukunft
3. Aus der Geschichte lernen?

Die essayistischen Studien verknüpfen Geschichte und Geschichtsschreibung des griechisch-römischen Altertums über aktuelle Bezüge mit unserer Gegenwart und unserer jüngeren Vergangenheit. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, einem breiteren, Fragen der historischen Orientierung und Bildung zugewandten Publikum Material und Anregungen für den Umgang mit Geschichte an die Hand zu geben.

Band 54
Wolfgang Petz
Zweimal Kempten - Geschichte einer Doppelstadt (1694-1836)

Lange Zeit standen beide Kempten, die "Stiftsstadt" um die Benediktinerabtei und die alte evangelische Reichsstadt, einander mißtrauisch gegenüber. Geschieden durch Konfession und politische Verfassung, in den wechselseitigen Beziehungen durch wirtschaftliche Konkurrenz bestimmt, beschäftigten ihre Streitigkeiten die höchsten Reichsgerichte. Erst Säkularisation und Mediatisierung ermöglichten die Vereinigung der Doppelstadt unter einer gemeinsamen Verwaltung.

W. Petz zeichnet das spannungsreiche Verhältnis von Reichsstadt und Stiftsstadt nach. Breiten Raum gewährt er der Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte. Es erweist sich, daß beide Kempten zwei grundlegende Typen der deutschen Stadtentwicklung vertreten: die aus mittelalterlichen Wurzeln erwachsene Bürgerstadt und die frühmoderne Fürstenstadt. Anschauliche Beispiele beleuchten Alltagswelt und Mentalität der Kemptener Bürger vor der Industrialisierung. Darüber hinaus verfolgt die Darstellung die schwierigen Anfänge der Verschmelzung von Altstadt und Neustadt und die Integration Kemptens in den neuen bayerischen Staat.

Abbildungen, Grafiken und Tabellen, ein Glossar und ein Register ergänzen den Text.

Band 53
Pedro Barceló (Hg.) in Verbindung mit Volker Dotterweich
Contra quis ferat arma deos?
Vier Augsburger Vorträge zur Religionsgeschichte der römischen Kaiserzeit
Zum 60. Geburtstag von Gunther Gottlieb

"Wer wird die Waffen gegen die Götter erheben?" - Die Religionsgeschichte der römischen Kaiserzeit im weiteren Sinne ist das gemeinsame Thema der Vorträge dieses Bandes. Im Vordergrund steht die Frage, wie sich der römische Staat zu religiösen Gruppen oder Gemeinschaften verhielt, die als Minderheiten außerhalb der offiziellen Staatsreligion standen.

A. Giovannini: Die Zerstörung Jerusalems durch Titus: Eine Strafe Gottes oder eine historische Notwendigkeit?- Kl. Rosen: Der Historiker als Prophet: Tacitus und die Juden - P. R. Franke: Imperator barbartus. Zur Geschichte der Barttracht in der Antike. - P. Barceló: Die Macht des Kaisers - Die Macht Gottes: Alleinherrschaft und Monotheismus in der römischen Kaiserzeit. Der Band enthält ein Schriftenverzeichnis von Gunther Gottlieb.

Band 52
Christine Köppert
Entfalten und Entdecken. Zur Verbindung von Imagination und Explikation im Literaturunterricht

"Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht" gilt in der Fachdiskussion als aktueller, wenngleich umstrittener Ansatz der Literaturdidaktik. Im Mittelpunkt steht der kreative Umgang mit literarischen Texten wie zum Beispiel Umschreiben in eine andere Textform oder szenisches Gestalten von Literatur. Immer geht es darum, daß sich Schüler als literarisch Mitschaffende erfahren und diese Erfahrung in die Deutung von Literatur einbringen.

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht entwickelt Christine Köppert ein eigenes Modell der literarischen Deutung, das den im allgemeinen vorherrschenden Umgang mit produktiv-handelnden Methoden im Unterricht umkehrt: produktiv-handelnde Methoden als Phasen der Imaginationsentfaltung werden der literarischen Textanalyse vorangestellt.

Die Autorin schöpft aus einer Fülle an praktischer Erfahrung und theoretischen Kenntnissen. Sie zeigt an zahlreichen Beispielen aus der Unterrichtspraxis auf, wie etwa ein schreibend, malend oder szenisch gestalteter Innenhorizont fiktiver literarischer Welten gewinnbringend in die analytisch-explizierende Metawarte überführt werden kann. Exemplarisch werden Interpretationsgespräche der Schüler geschildert. Die unterrichtspraktischen Ausführungen münden in eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Imaginationsbegriff ein.

Band 51
Johannes Werner
Literatur im Unterrichtsgespräch - Die Struktur des literaturrezipierenden Diskurses

Das Gespräch über literarische Texte wurde in der didaktischen Forschung der letzten Jahre wenig beachtet. Johannes Werner entwirft ein neues, zeitgemäßes Modell dieser traditionell wichtigen Methode des Literaturunterrichts. Im Gespräch über Literatur, das auf Gleichberechtigung der Gesprächspartner und nachvollziehbarer Argumentation beruht, sieht er eine pädagogische Barriere gegen aktuelle gesellschaftliche Krisenerscheinungen wie Gewaltbereitschaft oder Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen.

Der Autor entwickelt sein Modell eines literaturrezipierenden Unterrichtsgesprächs an J. Habermas' Theorie des kommunikativen Handelns. Im einzelnen geht es um drei Gesprächskategorien, die nach ihrer Form und Struktur analysiert werden: die traditionelle ästhetische Bewertung von Literatur, die alltagssprachliche Deutung literarischer Situationen und die literaturwissenschaftliche Argumentation.

Eine ausführliche Dokumentation und Analyse realer Gesprächsverläufe gibt Lehrerinnen und Lehrern Hinweise für die Praxis. Das Spektrum dieser praktischen Hinweise reicht vom konkreten Lehrerverhalten über die Einbindung der fachwissenschaftlichen Anforderungen des Literaturunterrichts bis zum schülerzentrierten Sequenzaufbau. So wird deutlich, wie ein sinnvolles Unterrichtsgespräch ablaufen kann.

Band 50
Walter L. Bernecker u. Volker Dotterweich (Hgg.)
Deutschland in den internationalen Beziehungen des 19. und 20. Jahrhunderts
Festschrift für Josef Becker zum 65. Geburtstag

Die internationale Dimension der deutschen und europäischen Geschichte ist der zentrale Gegenstandsbereich dieses Sammelbandes. Chronologisch-thematischer Anfangs- und Endpunkt sind zwei Revolutionen, die das Gesicht Europas veränderten: Die Große Französische Revolution von 1789 und die mitteleuropäische von 1989. Dazwischen liegen zwei Jahrhunderte deutscher Geschichte im europäischen Kontext, die Gegenstand der Analysen von zwanzig Autoren mit differierenden Fragestellungen und unterschiedlichem methodischen Zugriff sind. Sie alle verbindet ein gemeinsames Erkenntnisinteresse: die Rolle Deutschlands in den internationalen Beziehungen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Mit Beiträgen von H. Altrichter - W. L. Bernecker - J. Burkhardt - E. Di Nolfo - V. Dotterweich - L. V. Ferraris - K. Filser - St. Förster - Kl. Hildebrand - G. Jasper - G. Kronenbitter - H. Lehmann - A. Mitchell - H. Möller - J. Petersen - R. Poidevin - K.-H. Ruffmann - J. J. Sheehan - G.-H. Soutou - M. Stürmer.

Band 49
Johannes Burkhardt, Josef Becker, Stig Förster, Günther Kronenbitter
Lange und kurze Wege in den Ersten Weltkrieg
Vier Augsburger Beiträge zur Kriegsursachenforschung

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist eine der wichtigsten Zäsuren in der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Aus vier unterschiedlichen Perspektiven wird die Entscheidung der deutschen und österreichisch-ungarischen Machteliten im Juli 1914 für den Krieg als Mittel zur Lösung innerer und äußerer Konflikte neu betrachtet. Dabei werden vor allem langfristig angelegte mentale Dispositionen der Entscheidungsträger herausgearbeitet, die in der Krisensituation des Sommers 1914 trotz aller bekannten Risiken die Neigung zum Krieg verstärkten.

J. Burkhardt: Kriegsgrund Geschichte? 1870, 1813, 1756 - historische Argumente und Orientierungen bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges - J. Becker: Von Bismarcks "spanischer Diversion" zur "Emser Legende" des Reichsgründers - St. Förster: Der deutsche Generalstab und die Illusion des kurzen Krieges, 1871-1914. Metakritik eines Mythos - G. Kronenbitter: "Nur los lassen". Österreich-Ungarn und der Wille zum Krieg

Band 48
Volker Dotterweich (Hg.)
Kontroversen der Zeitgeschichte
Historisch-politische Themen im Meinungsstreit

Der historisch-politische Meinungsstreit und die wissenschaftliche Kontroverse über zeitgeschichtliche Themen der europäischen und deutschen Geschichte sind der zentrale Gegenstandsbereich dieses Sammelbandes. Die einzelnen Analysen sind aus zeitlicher Distanz geschrieben. Sie beziehen selbst Position, führen in die Thematik und Entwicklung der jeweiligen Kontroverse ein, fassen zusammen, bilanzieren und gewichten.

St. Förster: Die Imperialismusdebatte und das britische Empire um 1800 - R.-O. Schultze: Die Republik von Weimar: Demokratie ohne Chance? - W. L. Bernecker: Der Streit um das Franco-Regime: Faschismus, Autoritarismus, Modernisierungsdiktatur? - H. Immenkötter: Das Schweigen des Papstes: Die katholische Kirche und die Judenpolitik des Dritten Reiches - K. Filser: Darf Auschwitz so behandelt werden? Eine zeitgeschichtliche Kontroverse im Geschichtsunterricht - V. Dotterweich: Krieg der Titanen? Spekulationen über Stalins Strategie im Frühjahr 1941 - H. Krauß: Tendenzen der Darstellung von Résistance und Collaboration in der französischen Literatur um 1944-1951 - J. Becker: Eine neue Dolchstoßlegende? Zu den Kontroversen um die Stalin-Noten von 1952 - W. Weber: Die "Kulturrevolution" 1968 - Th. Stammen: Die Rolle der Intellektuellen im Prozeß des osteuropäischen Systemwandels.

Band 47
Werner Wiater (Hg.)
Erwachsenenbildung und Lebenslauf. Mündigkeit als lebenslanger Prozeß

Erwachsenenbildung und Lebenslauf - zwei pädagogische Fachbegriffe, die in ihrer Verknüpfung eine neue Sichtweise der menschlichen Entwicklung in der Pädagogik signalisieren. Die Zeit als Raumzeit im naturwissenschaftlichen und als subjektiv gewertete Lebenszeit im sozialwissenschaftlichen Verständnis tritt immer mehr ins Zentrum der Betrachtung. Und vor allem: Wechselnde Lebenssituationen, Krisen und Belastungen in der Biographie von einzelnen oder Gruppen finden in der pädagogischen und lernpsychologischen Forschung stärkere Beachtung. An dieser neuen Diskussion nimmt das Buch mit fundierten Einzelbeiträgen teil. Es thematisiert Erwachsenenbildung und Freizeitinteresse aus der Sicht einer biographisch orientierten Pädagogik und belegt, daß und wie Mündigkeit ein lebenslanger Prozeß ist.

Band 46
Helmut Altenberger (Hg.)
Sport - Umwelt - Lebenshilfe
Ausgewählte sportwissenschaftliche und sportpädagogische Beiträge

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ökologischen Problemen beim Sporttreiben ist weitgehend noch Neuland. Dieser interdisziplinäre Sammelband greift die Diskussion um sportpädagogische und sportpraktische Lösungsansätze auf. Er fragt nach spezifischen ökologischen Problemen des Breitensports und nach Konsequenzen, die daraus für die Sportpädagogik zu ziehen sind. Sodann bringt er präventive und rehabilitative Wirkungen gesundheits- und naturbewußten Sporttreibens in den Blick. Abschließend werden die besondere Stellung und die Aufgaben des Hochschulsports, seine ökologischen Herausforderungen und seine Bedeutung für die Bewältigung des Lebens- und Berufsalltags thematisiert.

Inhalt:

I.

Sport in der ökologischen Herausforderung

II.

Sport und Sportlehrerausbildung

III.

Bewegung und Sport als Lebenshilfe

IV.

Hochschulsport

Band 45
Marcel Reich-Ranicki / Walter Jens
Heine und die Liebe / Streit und Humanität - Nachdenken über Lessing
Vorträge und Ansprachen anläßlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Philosophische Fakultät II der Universität Augsburg. Hg. von Helmut Koopmann und Henning Krauß

Die Philosophische Fakultät II der Universität Augsburg hat zwei großen Meistern der deutschen Sprache, zwei Aufklärern und zwei Wegbereitern der deutschen Literatur die Würde eines Ehrendoktors verliehen. Die Geehrten haben mit Reden gedankt: Marcel Reich-Ranicki sprach über Heine, den "poetischen Wegbereiter und Sachverwalter aller Benachteiligten und Unterlegenen, aller, die an ihrer Rolle in der Gesellschaft gelitten haben", Walter Jens über den irasziblen Aufklärer Lessing, der "in den großen Auseinandersetzungen über Fundamentalismus und Liberalität" seines Jahrhunderts die Streitkultur gefördert hat. Lessing und Heine verbindet in diesen Reden eine Humanität, die heute noch gefährdeter erscheint als im 18. oder 19. Jahrhundert.

Band 44
Gunther Gottlieb u. Pedro Barceló (Hgg.)
Christen und Heiden in Staat und Gesellschaft des zweiten bis vierten Jahrhunderts
Gedanken und Thesen zu einem schwierigen Verhältnis

Ausgestattet mit dem Auftrag, sich auszubreiten, ist das Christentum zunächst in eine weitgehend hellenisierte, dann auch in die römische Gesellschaft hineingewachsen. Seit Anfang des 4. Jahrhunderts wurde es zur staatstragenden Religion. Dieser Prozeß berührte den Staat, vor allem aber und weit vielfältiger die altgläubige Umwelt. G. Gottlieb (Augsburg), J. Walsh (Maryland/USA), W. Hagl (Eichstätt), B. Overbeck (München) und P. Barceló (Erfurt) stellen diese "Berührungen" in den Mittelpunkt und fragen nach den Komplikationen und Reibungen, die sich im öffentlichen und privaten Leben daraus ergaben. Ihre Studien bringen Sozialisation und Verhaltenspsychologie, Anpassung und Widerstand sowie zentrale Vorstellungen römischer Frömmigkeit in Hinsicht auf den Staat in den Blick.

Band 43
Josef Becker (Hg.)
Wiedervereinigung in Mitteleuropa
Außen- und Innenansichten zur staatlichen Einheit Deutschlands
Unter Mitarbeit von Günther Kronenbitter

Dieser Sammelband trägt der internationalen Dimension der "Wiedervereinigung in Mitteleuropa" in besonderer Weise Rechnung: In sieben Beiträgen wird der Einigungsvorgang aus der Perspektive des Auslands betrachtet. Vier weitere Referate widmen sich der Einordnung in die Entwickungslinien der jüngeren deutschen Geschichte. Aus der Sicht eines Zeitzeugen werden Rolle und Gewicht der Kirchen beim Umbruch in der DDR bewertet. Die Beleuchtung der häufig noch kaum wahrgenommenen verfassungspolitischen Folgen des Beitritts der neuen Länder zum Grundgesetz bietet schließlich einen Ausblick auf künftige Veränderungen am Beispiel des deutschen Föderalismus.

Band 42
Heinz Sproll
Französische Revolution und Napoleonische Zeit in der historisch-politischen Kultur der Weimarer Republik
Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht 1918-1933

Um kaum ein anderes historisches Thema wurde zwischen 1918 und 1933 so kontrovers gerungen wie um die Französische Revolution. Dies hatte vor allem auch politische Gründe. Denn die Debatte über die Französische Revolution enthielt zugleich ein Urteil über die junge Weimarer Demokratie: Um sie zu bejahen oder zu verurteilen, wurden die Ursachen, Wirkungen und Folgen der Französischen Revolution je nach ideologischem Standort unterschiedlich interpretiert. - Die Resultate der Geschichtswissenschaft wirkten weit über die Universität hinaus. Sie vermittelten dem Geschichtsunterricht und den Schulgeschichtsbüchern leitende Wertorientierungen über das Revolutionsthema, die der Erzeugung von Loyalität oder Illoyalität gegenüber der Weimarer Republik dienten. Auch die politische Publizistik entnahm im Streit über den Wert der Demokratie der Epoche von 1789 bis 1815 ihre historischen Argumente.

Band 41
Barbara Sallinger
Die Integration der Heimatvertriebenen im Landkreis Günzburg nach 1945

Die wirtschaftliche Integration von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen im ländlichen und kleinstädtischen Milieu nach 1945 steht im Mittelpunkt dieser Studie über den Landkreis Günzburg. Aus unterschiedlichen Perspektiven stellt sie die Frage nach den Dimensionen, die das "Flüchtlingsproblem" in der nur mäßig industrialisierten Region annahm, nach der allmählichen Eingliederung der Vertriebenen vor allem in die Wirtschaft, aber auch in die Gesellschaft und Politik, nach der Praxis der Wohnraumbeschaffung und den Bemühungen um soziale Absicherung. - In einem Anhang werden Methoden und Ergebnisse zahlreicher statistischer Einzeluntersuchungen und einer Befragung von Zeitzeugen aufgezeigt.

Band 40
Susanne Kolb
Sprachpolitik unter dem italienischen Faschismus
Der Wortschatz des Faschismus und seine Darstellung in den Wörterbüchern des Ventennio (1922-1943)

Wie auch in anderen totalitären Staaten gehörte die Sprachpolitik unter dem italienischen Faschismus zu den Regierungsmethoden, von denen sich die Machthaber Manipulation und "Verführung" der Bevölkerungsmassen versprachen. Ziel dieser Studie ist es, die Grundzüge der faschistischen Sprachpolitik herauszuarbeiten und aus reichhaltigem Quellenmaterial einen für den italienischen Faschismus typischen Wortschatz zu ermitteln. Nicht selten lassen sich aufgrund der ideologischen Verwandtschaft und gegenseitigen Beeinflussung auch Parallelen zum nationalsozialistischen Sprachgebrauch feststellen.