Bericht zum Gastvortrag von Prof. Dr. Peter André Alt
Ist eine Ästhetik des Bösen nach Ausschwitz möglich? Unter diese Frage stellte Prof. Dr. Peter André Alt seinen Vortrag an der Universität Augsburg am 19.07.2011 im Rahmen des Studiengangs ‚Ethik der Textkulturen‘. Der Präsident der Universität Berlin zeigte auf, wie sehr sich ein geschichtliches Ereignis wie die Shoa in die Kultur- und damit auch in die Textwelt einprägt, und aus dieser nicht wieder zu entfernen ist. Wurden in der Moderne Kategorien wie Gut und Böse noch aufgebrochen und ästhetisiert, so war die Frage nach dem Ereignis des Holocaust, ob Kunst, und im engeren Sinne eine Ästhetisierung des Bösen, überhaupt noch möglich sei. Kann sich das Unsagbare, Unvorstellbare, Unmenschliche in einer ästhetischen Form wie der Kunst niederschlagen? In seinem dichten Vortrag zog Prof. Dr. Alt einen Bogen durch die Literaturlandschaft des Nachkriegsdeutschlands und zeigte anhand der Schriften Theodor Adornos, Hannah Ahrendts und der Werke Imre Kertész‘ und Jonathan Littells auf, dass seit 1945 eine enge Verschränkung von Ethik, Text und Kultur vorherrscht, die nicht mehr zu trennen ist.
Meldung vom 24.08.2011



