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Suezkanal


Der 1869 eröffnete, 161 Kilometer lange Suezkanal, der von der französischen Suezkanal-Gesellschaft in einer zehnjährigen Bauzeit unter Leitung von Ferdinand de Lesseps (1805-1894) errichtet worden war, stellte die bedeutendste künstliche Wasserstraße im Weltwirtschaftsverkehr vor dem Ersten Weltkrieg dar. Die Passage, die in erster Linie dem Güter- und Personenverkehr diente, verband das Mittelmeer mit dem Roten Meer und verkürzte den Seeweg von Europa nach Indien gegenüber der traditionellen Route um das afrikanische Kap der Guten Hoffnung etwa um ein Viertel.

Der Kanal diente in erster Linie dem britisch-indischen Güterverkehr, der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einen starken Zuwachs erlebte. Bis zum Ersten Weltkrieg verdreifachte sich das Volumen der Suez-Passage mit jährlichen Wachstumsraten von über 10 Prozent. Im Jahre 1887, um ein Beispiel herauszugreifen, benutzten 3137 Schiffe mit insgesamt 5.903.024 Nettoregistertonnen den Kanal, und die Zahl der Reisenden betrug einschließlich Soldaten 182.998 Personen. Den größten Anteil an der Suezpassage hatte Großbritannien. Das Deutsche Reich stand seit 1890 an zweiter Stelle, nachdem die Deutsche-Ostafrika-Linie ihren Linienschifffahrtsbetrieb aufgenommen hatte.

Die Suezpassage dauerte um die Jahrhundertwende über 40 Stunden und konnte kaum beschleunigt werden. Deshalb wurde der Posttransfer durch Ägypten auf der bereits zehn Jahre vor dem Suezkanal in Betrieb genommenen Eisenbahn zwischen Alexandria und Suez realisiert, die drei Mal täglich in jeweils rund acht Stunden zwischen Alexandria und Suez verkehrte. Für die Postladungen der Dampfschiffe einzelner Schifffahrtsgesellschaften wurden zudem Sonderzüge eingesetzt.

Literaturhinweise:

  • Farnie, Douglas Antony: East and West of Suez. The Suez Canal in History, Clarendon 1969.
  • Kienitz, Ernesto: Der Suezkanal, Berlin 1957.
  • Pohl, Hans: Aufbruch der Weltwirtschaft, Stuttgart 1989.

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