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Rausch (HS)


Titel: Rausch (HS)
Dozent(in): PD Dr. Henning Teschke
Termin: Mo, 11.45-13.15
Gebäude/Raum: 2127a, Geb. D
Modulsignatur: BacFran14-LW, Nr. 2 BacFran23-LW, Nr. 2 WBFran, Nr. 2 WBFran, Nr. 3 GyF13-LW, Nr. 3 GyF23-LW, Nr.2 RsF13-LW, Nr. 1 RsF13-LW, Nr. 2 BacIta14-LW, Nr. 2 BacIta24-LW, Nr.2 WBIta, Nr. 2 WBIta, Nr.3 GyI13-LW, Nr. 3 GyI23-LW, Nr.2 BacSpa14-LW, Nr. 2 BacSpa24-LW, Nr. 1 WBSpa, Nr. 2 WBSpa, Nr.3 GySpa13-LW, Nr. 3 GySpa23-LW, Nr.1


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Als Charles Baudelaire die Empfindung protokollierte, „dass er von der Pfeife geraucht würde“, ließ er einen Zug lang offen, ob die Selbstaufgabe oder die Selbsterhaltung das größere Verhängnis sei. Das Außersichsein, lange Zeit die ekstatische Umgangsform zwischen Menschen und Göttern, wechselt in der Moderne das Element. Der Wunsch des Subjekts, die Souveränität über sich zu verlieren, wird anfällig für die Überwältigung durch Drogen. Die Flucht in künstliche Paradiese ist nicht nur psychopathologisch zu würdigen, als Revolte gegen das Zwangskontinuum einer unerträglichen Wirklichkeit hat jedes narkotische Nirwana selbst diagnostische Kraft. Darin kehrt ein alter Erlösungswunsch wieder: die Welt zu unterbrechen, wenigstens jedoch aus der Truppe der Realitätstüchtigen zu desertieren.

Zu Kunst und Literatur steht der Rausch in besonderer Nähe. Sobald es – und der Grad ist schmal - gelingt, die toxische Manie in eine schöpferische zu verwandeln, wird die Droge zur ästhetischen Produktivkraft par excellence, die Kraft zur Inexistenz. Nicht, um sich in diesem Vakuum weltflüchtig einzurichten (was selten gut geht), sondern um den Suchtcharakter des kapitalistischen Alltags, der alle Züge eines Besessenheitssystem trägt, von aussen zu beleuchten, in dem das permanente Sichvollstopfen mit „Projekten“ zur Besinnungslosigkeit des betriebsamen Tiers gehört. Als Henry Miller sich im Wahlpflichtfach „Exzess“ einschrieb und sagte, alles käme  darauf an, sich mit eiskaltem Wasser zu betrinken, gab er die Richtung vor.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

Alexander Kupfer, Die künstlichen Paradiese – Rausch und Realität seit der Romantik. Ein Handbuch, Stuttgart/Weimar 1996/2006


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: ab dem 4. Semester
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Romanische Literaturwissenschaft Französisch
Beginn der Lehrveranstaltung: 2. Semesterwoche
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: HS - Hauptseminar
Leistungspunkte: 5-8
Prüfung: Referat / Hausarbeit
Semester: SS 2011