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Karten und Statistiken als Quellen geschichtswissenschaftlicher Forschung


Titel: Karten und Statistiken als Quellen geschichtswissenschaftlicher Forschung
Dozent(in): Philipp Kröger, MA
Termin: Termine am Montag. 23.10., Montag. 30.10., Montag. 06.11., Montag. 13.11., Montag. 20.11., Montag. 27.11., Montag. 04.12., Montag. 11.12. 15:45 - 17:15, Freitag. 15.12. 10:00 - 17:00
Gebäude/Raum: D, 2130; Bukowina-Institut
Anmeldung: Digicampus


Zusammenfassung:

Im 19. und vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galten sogenannte „Nationalitäten-“ oder auch „Völkerkarten“ als eine Möglichkeit zur objektiven Darstellung von Nationen beziehungsweise Völkern. Ihre zeitgenössische Wissenschaftlichkeit zeigt sich auch darin, dass diese Karten eine wichtige Rolle innerhalb politischer Entscheidungen spielten, so etwa bei Grenzziehungen in Europa nach dem Ersten Weltkrieg. Aus heutiger Sicht bilden Karten jedoch gerade nicht die Wirklichkeit ab, sondern stellen eine bestimmte Wirklichkeit erst her. Diese Perspektive der Kritischen Geographie wurde unlängst auch in der historischen Forschung breit rezipiert und Karten als Quelle der Geschichtswissenschaft (wieder)entdeckt. Übersehen wird dabei häufig, dass es bei der Vermessung von Räumen und Bevölkerungen eine enge Zusammenarbeit zwischen Statistikern und Geo- sowie Kartografen gab. Lieferten erstere Daten über die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerungen, visualisierten letztere diese in Karten. Das Seminar will neben theoretischen und methodischen Überlegungen zu Karten und Statistiken als Quellen der Geschichtswissenschaft auch deren Erkenntniswert prüfen und diskutieren. Im Mittelpunkt der Quellenanalyse steht die Frage, welche Bilder deutsche Wissenschaftler von Osteuropa beziehungsweise vom Deutschen Osten und dort ansässigen Bevölkerungen in der deutschen Gesellschaft installierten.


Literatur zur Lehrveranstaltung:

- Jureit, Ulrike: Das Ordnen von Räumen. Territorium und Lebensraum im 19. und 20. Jahrhundert, Hamburg 2012.
- Nikolow, Sybilla: Die Nation als statistisches Kollektiv. Bevölkerungskonstruktionen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik, in: Vogel, Jakob; Jessen, Ralph (Hg.): Wissenschaft und Nation in der europäischen Geschichte, Frankfurt a. M. 2002, S. 235-259.


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: für alle Semester
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Geschichte
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: Ü - Übung
Semester: WS 2017/18