Mehr denn je ist die Geschichtswissenschaft heute aufgefordert in ihrer Gegenstandswahl, ihren Fragestellungen und Methoden, nationale Sprach- und Kulturgrenzen zu überschreiten. Im besonderen gilt dies für die Teildisziplin der Neueren und Neuesten Geschichte: Ihr Gegenstand umfaßt zeitlich die Epoche des Nationalismus und der Nationalstaaten, was lange Zeit die Konzentration auf die eigene Nationalgeschichte präjudizierte. Doch am Beginn des 21. Jahrhunderts muß sich die Geschichtswissenschaft den Herausforderungen der Internationalisierung stellen. Zu Zeiten des Umbruchs wie der verstärkten Integrationsbemühungen in Europa kann die Geschichtsbetrachtung nicht bei der eigenen Nationalgeschichte stehenbleiben, sondern muß den Blick auf die europäische Dimension weiten.
Im Rahmen des Möglichen sucht der Lehrstuhl diesem Postulat Rechnung zu tragen, indem die klassischen, für die historische Bildung unentbehrlichen Themen der neueren und neuesten Deutschen Geschichte, wo immer dies angezeigt ist, in ihren europäischen Zusammenhang gestellt werden. Eine wichtige methodische Leitlinie bildet dabei die Verknüpfung national vergleichender Studien mit den Internationalen Beziehungen. Über ein Studium der Geschichte der einzelnen europäischen Staaten selbst kann auch das Verständnis wachsen für die Determinanten der Beziehungen zwischen ihnen. Dies eröffnet den Horizont auf die unterschiedlichen, historisch gewachsenen Problemlagen, Strukturen und Interessen der europäischen Länder und erlaubt somit den Einblick in die geschichtlichen Voraussetzungen, aber auch in die Probleme der europäischen Integration.
Orientiert an diesen Maximen, bemüht sich der Lehrstuhl um ein breites Lehrangebot. Den Aufgaben des Faches im Rahmen der Lehramts- und Magisterstudiengänge entsprechend und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten der Lehrenden behandeln die Lehrveranstaltungen in exemplarischer Auswahl zentrale Themen der deutschen, europäischen, gelegentlich auch der außereuropäischen Geschichte. Grundkurse vermitteln die nötigen Überblickskenntnisse, während die Proseminare in exemplarischer Weise in die Probleme und die Technik wissenschaftlichen Arbeitens einführen. Vorlesungen, Hauptseminare und Übungen setzen unterschiedliche thematische Akzente. Zum einen erfolgt dabei in gewisser Regelmäßigkeit ein Wechsel zwischen der Konzentration auf das "lange" 19. Jahrhundert (1789-1914) und auf das "kurze" 20. Jahrhundert (1914-1989/91). Zum andern fächern sich die Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums auf in Veranstaltungen mit übergreifenden Themenstellungen und in mehr forschungsorientierte Seminare, die v.a. auch Gelegenheit zur eigenständigen Weiterarbeit bieten sollen.
Den Aufgaben des Faches im Rahmen der Lehramts- und Magister-Studiengänge entsprechend und in Übereinstimmung mit den Forschungsschwerpunkten der Lehrenden behandeln die Lehrveranstaltungen zentrale Themen der deutschen, europäischen und außereuropäischen Geschichte. Vorlesungen, Seminare und Übungen zur Geschichte und Methode der Geschichtswissenschaft ergänzen dieses Angebot. Weitere Lehrveranstaltungen im Bereich Neuere und Neueste Geschichte werden von apl. Prof. Dr. Wolfgang Weber im Rahmen der Europäischen Kulturgeschichte/Didaktik der Geschichte