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Innovation und Beharren


Kriegsbild und Kriegsvorbereitung europäischer Heere 1850 bis 1890 im Vergleich

Projektstart: 01.08.2005
Projektträger:
Projektverantwortung vor Ort: Günther Kronenbitter

Zusammenfassung

Gefördert durch: Fritz Thysssen Stiftung für Wissenschaftsförderung

Die Armeen der europäischen Kontinentalmächte Frankreich, Österreich und Preußen wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu direkten Konkurrenten und führten in wechselnder Konstellation 1859, 1866 und 1870/71 Kriege gegeneinander. Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich sorgten in den Jahrzehnten nach 1871 dafür, daß die eigenen Kriegsvorbereitungen beider Armeen jeweils mit Blick auf den‚ Rüstungsstand des Rivalen beurteilt wurden. Die Beobachtung potentieller Gegner oder Verbündeter war auch und gerade in Friedenszeiten ein unerläßlicher Maßstab der Kriegsvorbereitung. Sich vorzustellen, wie ein kommender Krieg geführt werden würde, gehörte zu den zentralen Aufgaben der Militärelite, insbesondere in den Generalstäben. Aber auch die breite Öffentlichkeit beschäftigte sich mit solchen Szenarien.

Das Projekt zielt nicht darauf ab, einzelne Neuerungen der Waffentechnik und Rüstungsproduktion oder Erfahrungen mit neuen Erscheinungsformen des Krieges darzustellen. Vielmehr sollen Aneignung und Verarbeitung der Informationen über neue Formen der Kriegsführung (Kampfverfahren, Gefechtsführung, Operationsleitung, Logistik und Strategie) innerhalb der Militärführungen Frankreichs, Österreichs und Preußens – am Rande auch Englands und Rußlands – zwischen 1850 und 1890 vergleichend untersucht werden. Angelpunkt der Analyse ist die Entwicklung des Kriegsbildes im Offizierskorpus europäischer Landstreitkräfte im Hinblick auf waffentechnische, logistische und organisatorische Innovation und deren Folgen für die Kriegsplanung, den Übungsbetrieb und die Elitenrekrutierung. Besondere Berücksichtigung sollen dabei die Auswirkungen des Eisenbahntransports und der Telegraphie, der Infanteriebewaffnung und der Geschützausstattung auf die Kriegsführung finden. Als Quellengrundlage dient in erster Linie die Militärpublizistik der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.