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Zukunftsforschung und Politik in den 1960er und 1970er Jahren


Projektstart: 01.01.2008
Projektträger: Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Elke Seefried

Zusammenfassung

„Zukunft“ avancierte in den westlichen Industriestaaten der 1960er Jahre zu einer wichtigen Kategorie des politischen und wissenschaftlichen Diskurses. Auf dem Fundament des wirtschaftlichen Booms und des rasanten Wachstums wissenschaftlicher Innovationen gedieh eine verstärkte politische Beschäftigung mit Zukunftsszenarien und Prognosen. Zugleich formierte sich die „Zukunftsforschung“ („futures studies“) als heterogenes und fluides Phänomen eines neuen wissenschaftlichen Zugriffs auf die Zukunft, welches ganz verschiedene Strömungen integrierte. Vor dem Hintergrund einer neuen Reform- und Planungsorientierung sowie einer verstärkten „Verwissenschaftlichung“ von Politik avancierten – nicht nur in der Bundesrepublik – Vertreter der Zukunftsforschung zu Politikberatern. Bereits 1971/72 verstärkten sich in den westlichen Industriestaaten fortschrittskritische und apokalyptische Zukunftswahrnehmungen, welche im Zeichen der Ölpreis- und Wirtschaftskrise starke Aufmerksamkeit erhielten und eine breitere Krisenwahrnehmung anfachten. Das Planungsdenken und empirische Strömungen der Zukunftsforschung gerieten in Begründungszwang, ehe Mitte der 1970er Jahre der wissenschaftliche Zugriff auf die Zukunft an Kraft verlor. Das Habilitationsprojekt beleuchtet die Träger der „Zukunftsforschung“, ihre Selbstwahrnehmungen und transportierten Zukunftsbilder, aber auch ihre Verbindungen zur Politik sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Politikberatung durch Zukunftsforschung. Dabei wird die Thematik in einen inter- und transnationalen Zusammenhang gestellt, indem die bundesdeutsche und die britische Zukunftsforschung untersucht und jeweils in den europäisch-transatlantischen Wissenstransfer einordnet werden, um nach einer „Amerikanisierung“ bzw. „Westernisierung“ von Zukunftsforschung zu fragen. Mithin will dieses Projekt die Bedeutung von Zukunft als wissenschaftliche und politische Kategorie in den 1960er und 1970er Jahren ausloten.