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Spielräume und Systemzwänge unternehmerischen Handelns. Das Familienunternehmen Dr. Oetker im NS-Regime


Projektstart: 01.08.2009
Projektende: 31.03.2012
Projektträger: Forschungsaufträge
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Andreas Wirsching Jürgen Finger M.A. Dr. Sven Keller

Zusammenfassung

Ziel des Projektes ist eine Unternehmensgeschichte der Firma Dr. August Oetker, Bielefeld, die in den politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Kontext der Zwischenkriegszeit, des Zweiten Weltkriegs und der unmittelbaren Nachkriegszeit eingebettet ist.

Beschreibung

Der zeitliche Zuschnitt des Projekts wird also die politischen Zäsuren der Jahre 1933 und 1945 überschreiten, die die sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Forschung seit langem relativiert. Das Forschungsprojekt fühlt sich dem Ziel einer „Unternehmensgeschichte in der Erweiterung“ (Manfred Pohl) verpflichtet.

In den Blick genommen werden deshalb einerseits die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die den Kontext bildeten für unternehmerisches und individuelles Handeln und Entscheiden. Andererseits war dieses Handeln und Entscheiden getragen von persönlichen Dispositionen, Mentalitäten und Prägungen, aus denen sich das unternehmerische Selbstbild der leitenden Unternehmerpersönlichkeiten speiste. Das zentrale Anliegen der Studie ist es, auf den genannten Ebenen Kontinuitäten und Diskontinuitäten zu untersuchen.

Dabei gilt es, besonders den Wechsel zur Kriegswirtschaft und den erneuten Wechsel von der fortgesetzten Mangelwirtschaft der Nachkriegszeit zur beginnenden Wirtschaftswunderzeit zu untersuchen. Wie reagierte das Familienunternehmen auf den mehrfachen fundamentalen Wandel der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen? Wie machte sich die Interdependenz von unternehmerischem Handeln, politischem System und sozioökonomischen Strukturen in der Branche bemerkbar? Im Zentrum der Forschungsdiskussion steht damit die seit geraumer Zeit umstrittene Gewichtung und das Zusammenspiel von Zwangsmaßnahmen des NS-Regimes einerseits und von Marktmechanismen, Anreizsystemen und unternehmerischem Kalkül andererseits.