Augsburg und Memmingen 1930-1945
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Das Maß der finanziellen Ausstattung der Kommunen und deren Verfügungsgewalt darüber, entscheidet wesentlich über deren Handlungsspielräume. In dieser von der VW-Stiftung unter dem Schwerpunkt Diktaturenforschung finanzierten Dissertation, werden die finanziellen und finanzpolitischen Gestaltungsspielräume am Beispiel zweier Städte untersucht, um von dieser Seite her die Systemfunktion der Kommunen im Herrschaftssystem des Nationalsozialismus zu klären. Einbezogen wird dazu die Finanzkrise ab 1930, da die Gesetzgebung der späten Weimarer Republik einerseits zentralistische Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung brachte, die nach der Machtergreifung unter anderen ideologischen Vorzeichen übernommen und weiterentwickelt wurde. Andererseits schrieben die Nationalsozialisten die Überwindung der gemeindlichen Finanzkrise auf ihre Fahnen. Diese Propaganda wird auf ihren Wirklichkeits-gehalt untersucht. Neben einer Gesamtanalyse der Haushaltsentwicklung und der Folgen der Neugestaltung des Finanz- und Lastenausgleichs werden vertieft u.a. auch die Schuldenentwicklung, die Wohlfahrts- und Personalausgaben sowie die Forderungen der NSDAP und ihrer Gliederungen an die Städte in den Blick genommen. Ein weiterer Schwerpunkt soll die finanziellen Leistungen der Städte zur Kriegsfinanzierung behandeln. Exemplarisch wird die Untersuchung an zwei in Bayerisch-Schwaben gelegenen Städten, der Großstadt Augsburg und der Kleinstadt Memmingen durchgeführt.