Der Zusammenhang, der die Geschichte der Fernkommunikation mit der Geschichte der Domestikation und Verbreitung von Nutztieren verbindet, erweist sich zum einen in der Bedeutung, die Huf- und andere Tiere für die Beschleunigung des Nachrichtentransports durch menschliche Boten gewannen, andererseits aber in der Bedeutung von Tauben, die als Kuriere für die Fernübermittlung von Nachrichten eingesetzt werden konnten, weil sie selbst aus sehr großen Entfernungen zum Nistplatz zurückkehren. Die Taube, die vermutlich als eines der ersten Tiere vom Menschen domestiziert wurde (schätzungsweise um ca. 5000 v.Chr.), diente bereits Sumerern und Ägyptern (um 2000 v.Chr.) für die Einrichtung einer Taubenpost, mit der beispielsweise Nachrichten über bevorstehende Kriege, aber auch Pharaonenkrönungen (z.B. Ramses II, 1279 v. Chr.) verbreitet wurden. Heute geht man davon aus, dass die Praxis der Taubenpost aus dem westasiatisch-nordafrikanischen Gebiet stammte und mit der Herausbildung von Stadtstaaten und Reichen sowie mit der Expansion von Herrschaftsräumen verbunden war. Von hier soll sie in den Mittelmeerraum sowie nach Indien und China gelangt sein.