Suche

2.1 Neue Trends in den Geschichtswissenschaften


Es gibt aktuelle Trends in der historischen Forschung zur Fern- und Telekommunikation, die das Blickfeld über die großen Entwicklungsschritte der Telekommunikation im 19., 20. und 21. Jahrhundert hinaus erweitern (vgl. z.B. Huurdeman 2003). Fernkommunikation wird hier als grundlegendes Element von historischen Gesellschaften und Herrschaftsformationen aufgefasst, das jeweils differenziert zu bestimmende Funktionen z.B. für deren Infrastruktur, Außenbeziehungen oder deren geschichtlichen Wandel aufweist.
Dieser Ansatz entspricht ähnlichen Forschungstendenzen auf dem Gebiet der Geschichte der Globalisierung, die diese in den umfassenden Zusammenhang einer zunehmenden Vernetzung von (Welt-)Regionen einordnen (vgl. z.B. Osterhammel/Petersson 2003), die weit in die vormoderne Vergangenheit zurückreicht.
Dabei wird nicht in Frage gestellt, dass sich die Prozesse transregionaler Austauschbeziehungen und Vernetzungen regional höchst unterschiedlich und unstet gestalteten und keineswegs dem Muster eines linearen Fortschritts folgten. Auch wird zu Recht betont, dass die Bedeutung von Fernkontakten für einzelne historische Gesellschaften bzw. für einzelne soziale Teilgruppen stets sehr differenziert einzuschätzen ist. Gleichwohl lässt eine makrohistorische Betrachtung sichtbar werden, dass es " zumindest bis heute " ein Wachstum sowohl der technologischen und demographischen als auch der kommunikativen bzw. interaktiven Kapazitäten gegeben hat, das regionale Unterschiede übergreift.
Die hier dargestellten Überlegungen zur weltgeschichtlichen Relevanz von Fern- und Telekommunikation sind vor diesem Hintergrund zu sehen.

Zurück zur Gliederung