Die mit ausgedehnten Wanderungsbewegungen verbundenen Überfälle schriftloser Germanenvölker (ca. 300-1000 n. Chr.) zerstörten häufig die mittlerweile jahrhundertealten Kommunikationsverbindungen nach Westeuropa und Zentral- und Ostasien und verweisen darauf, dass die Geschichte der kommunikativen Vernetzung von Regionen keinesfalls eine lineare Fortschrittsgeschichte darstellt. Zugleich entstanden damals jedoch auch neue Kommunikationsräume, wie z.B. der nordeuropäisch-arktische Raum durch die Wikinger. Nur langsam formten sich in den neuen Herrschaftsgebilden wieder erste Verkehrs- und Postnetze aus, wie z.B. das System der Königsboten (missi dominici) im Frankenreich unter Karl dem Großen (768-814 n. Chr.), welches jedoch wenig erfolgreich war. Es ist für die Geschichte des christlichen Mittelalters durchaus bezeichnend, dass Karl der Große und die mittelalterlichen deutschen Könige und Römischen Kaiser nach ihm zur unmittelbaren Ausübung ihrer Herrschaft das Wander- und Reisekönigtum praktizierten.
Die gewaltsamen Expansionen, die zwischen 1000 und 1500 auf dem eurasischen Kontinent stattfanden (z.B. christliche Kreuzzüge, islamische und mongolische Expansion) hatten" unter anderem " nicht nur eine Modernisierung der Kriegsführung zur Folge, sondern auch eine Intensivierung der Fernkommunikation. Dabei entstand erstmals ein zusammenhängender kontinentaler eurasischer Kommunikations- und Handelsraum, in dem sich Güter und Informationen von China bis nach Westeuropa verbreiten konnten. Das Verkehrs- und Postsystem der Mongolen soll bereits eine Übermittlungsgeschwindigkeit wichtiger Nachrichten von rund 400 km pro Tag ermöglicht haben, so dass im 13. und 14. Jahrhundert die Reisezeiten auf den Handelsstraßen prinzipiell kürzer als je zuvor waren.
Der Berufsstand des Übersetzers und Dolmetschers professionalisierte sich in den Handels- und Oasenstädten, insbesondere entlang der "Seidenstraßen", an den Randgebieten der großen Reiche im südlichen Europa (z.B. Toledo) sowie an den Rändern der Sahara. Die Übersetzer- und Dolmetscherzentren (z.B. in den Oasen des Tarim-Beckens oder in den afrikanischen Städten der Sahelzone) fungierten als "Verständigungsbrücke" zwischen unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen. Chinesisches Wissen (z.B. Kompass, Schießpulver und vor allem die Herstellung von Papier) gelangte mit Hilfe dieser fernkommunikativen Netzwerke über islamische Vermittlung vergleichsweise rasch in das christliche Europa, wo dann im Zuge von Humanismus und Renaissance, Reformation und Gegenreformation der Bedarf an neuen Vervielfältigungstechniken stark ansteigen sollte.
Ähnlich wie die Expansion der Mongolen die Fernkommunikation zwischen Europa und Asien intensivierte und beschleunigte, so führte etwa im gleichen Zeitraum (14./15. Jahrhundert) auch die Expansion der Inkas und Azteken in der amerikanischen Hemisphäre zu einer stärkeren Vernetzung von Regionen. Dies gilt besonders für das 4000 Kilometer lange Straßennetz der Inkas, das durch die Anden führte und eine enge Verbindung zwischen der Stadt Machu Picchu und der Hauptstadt Cuzco herstellte. Auch hier sorgten Kurier- und Postsysteme, bestehend aus menschlichen Boten, instrumentalen Signalgebern (Trompeten), tierischen Fortbewegungsmitteln (Lamas) und Relaisstationen (Staffel-Systeme), für eine vergleichsweise rasche, regelmäßige und zuverlässige Übermittlung mündlicher oder schriftlicher Nachrichten. Als schließlich im 16. Jahrhundert das Habsburgerreich mit dem Familienunternehmen Taxis auf Verbindungen zwischen z.B. Wien und Brüssel oder Innsbruck und Mailand eine zentralisierte Post einrichtete, war dies in weltgeschichtlicher Perspektive keineswegs eine Neuheit.