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4.2 Sprache und Stimme


Eine erste Ausdehnung der Reichweite der menschlichen Nachrichtenübermittlung ergab sich mit der Entwicklung des aufrechten Gangs (homo erectus, vor ca. zwei Millionen Jahren bis ca. 150 000 Jahren), der einerseits das Blickfeld der Hominiden vergrößerte und deren Sehsinn schärfte, sowie andererseits zur Absenkung des Kehlkopfes und zum Erwerb der menschlichen Sprache führte. Damit wurde es den Menschen möglich, mit ihrer Stimme sprachliche Nachrichten über Strecken von mehreren 100 Metern weiterzugeben und mit Hilfe von einfachen Sprachrohren vielleicht sogar einen Kilometer zu überbrücken. Rufpostensysteme hingegen bewältigten ein Vielfaches davon. Daneben ist selbstverständlich auch an Läufer als Boten, aber auch an (nicht-sprachliche) Trommel- oder Pfeifsignale als Mittel der Kommunikation über größere Entfernungen zu denken.

Indem verbesserte sprachliche Kommunikationsmöglichkeiten Kooperation und Arbeitsteilung förderten, erzeugten sie zugleich einen gesteigerten Bedarf an Informationsaustausch. Mit Gruppenspaltungen und Wanderungen entwickelten sich fortlaufend neue Sprachen und Kommunikationsstile. Im Zuge der raschen Ausbreitung des modernen Menschen über die Erde (etwa 60.000 - 16.000 v. Chr.) bildeten sich zudem regionalspezifische Rituale und Symbole heraus, die die jeweilige Gruppenidentität repräsentierten und kommunizierten. So haben Höhlenbilder, Ritzzeichnungen und plastische Figuren möglicherweise auch dazu gedient, Informationen, z.B. über Tiere oder Gottheiten, einem größeren Kreis von Menschen zugänglich zu machen. Auch dann, wenn Menschen sich zu einer Quelle von Nachrichten begeben, die nicht aus ihrem kommunikativen Nahbereich stammen, findet Fernkommunikation statt.

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