Die Bevölkerungsentwicklung spielte für den Auf- und Ausbau von Telekommunikationsnetzen eine wichtige Rolle. In einem stark beschleunigten Wachstum hat sich die Weltbevölkerung zwischen 1750 und 1914 mehr als verdoppelt (vgl. auch Karte 9.3) und betrug am Beginn des Ersten Weltkrieg über eineinhalb Milliarden Menschen. Eine starke Bevölkerungszunahme verzeichneten vor allem Asien, die beiden Amerikas und die "Alte Welt". Um 1900 betrug z.B. die Bevölkerung Europas ca. 420 Mio. Einwohner, während in den noch jungen USA bereits rund 90 Mio. Menschen lebten. Obgleich die Abschaffung der Sklaverei auch in Teilen Afrikas einen Bevölkerungsanstieg brachte, führten u.a. Dürren, Krankheiten und Kriege (besonders in Ostafrika) nicht nur dazu, dass die afrikanischen Wachstumsraten hinter den außerafrikanischen zurückblieben, sondern dass der afrikanische Anteil an der Weltbevölkerung am Ende des 19. Jahrhunderts drastisch sank.
Die demographische Entwicklung in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete in den sich industrialisierenden Staaten einen wichtigen Hintergrund für den Ausbau von Infrastruktur. Für die Schaffung von Land-Telegraphenlinien waren dabei besonders die Eisenbahnnetze bedeutsam, da sie die Möglichkeit boten, Telegraphenleitungen mit relativ geringen Kostenaufwands entlang der Gleisstrecken zu verlegen.
Ferner wirkte sich die Bevölkerungsentwicklung auf die Migrationsbewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts aus, die zugleich den Bedarf an transkontinentalen Fernverbindungen ansteigen ließen. Verbesserte Möglichkeiten der Telekommunikation nahmen auch auf die Gestaltung der Beziehungen der Migrantinnen und Migranten zu ihrer neuen und alten Lebenswelt Einfluss.
Demographische Faktoren sind schließlich auch hinsichtlich der Entwicklung der transnational agierenden Wirtschaft und des Anstiegs des Welthandelsvolumens (weitere Karte) bedeutsam. Aus diesem Sektor wiederum resultierte die insgesamt wichtigste Nachfrage für die neuen Übersee-Telegraphenverbindungen
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