Auch die viel zitierte "Europäisierung der Welt", die sich insbesondere ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzogen hat, trug wesentlich zur Entwicklung und Verbreitung neuer Telekommunikationstechniken bei, indem diese in den Dienst der internationalen (Kolonial-)Politik sowie der expandierenden europäischen Weltwirtschaft gestellt wurden.
Kontrollierten europäische Mächte um 1800 rund 35 Prozent der weltweiten Landoberfläche, so waren es 1914 über 84 Prozent. Die Erschließung der Welt durch Europäer bzw. deren europäisch geprägte Nachkommen erfolgte, weltgeschichtlich betrachtet, in einem überaus kurzen Zeitraum. "Tempo", "Fortschritt" und "Rekord" wurden neue Vokabeln im europäischen Sprachgebrauch" Jules Vernes Roman "In 80 Tagen um die Welt" (1874) mag hierfür als Symbol stehen. In jedem Fall waren die Fortschritte der Telekommunikationstechnik ein weiterer und sehr wichtiger Baustein, der den Glauben befestigte, Europa habe eine führende Rolle in der zivilisatorischen Entwicklung der Menschheit inne und könne deshalb eine Vorreiter- und Vorrangstellung gegenüber anderen Kulturen beanspruchen.