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6.3.6 Technologische Entwicklungen ab 1945


Die technische Fortentwicklung des Telephons und der Ausbau der weltweiten Kommunikationsmöglichkeiten nach dem 2. Weltkrieg erfolgten vor dem Hintergrund der bipolaren Spannung zwischen den atomar aufgerüsteten Weltmächten USA und UdSSR, wobei beispielsweise auch der Start des sowjetischen "Sputnik" (1956), des ersten künstlichen Satelliten in der Erdumlaufbahn, wichtige Impulse gab. Parallel mit der massenhaften Ausbreitung des Fernsehens und der durch Satellitentechnik und Digitalisierung beschleunigten Vernetzung privater Haushalte, vergrößerte sich spätestens ab den 1970er Jahren in den "westlichen" Industrieländern die Illusion, mit der "ganzen Welt" kommunizieren zu können und über alle wichtigen Vorkommnisse unmittelbar unterrichtet zu werden. Dieser Trend verstärkte sich seit 1990 mit der massenhaften Privatnutzung von Computerkommunikation per Internet ("World Wide Web" ab 1991) und den neuen elektronischen Post- und Interaktionsmöglichkeiten (E-Mail, Chat-Foren).

Die Kupferkabel, die das Zeitalter der Telegraphie geprägt hatten, wurden seit den späten 1980er Jahren durch Glasfaserkabel als Übertragungsmedium für leitungsgebundene Telekommunikationsverfahren ersetzt. Sie weisen eine immens erhöhte Übermittlungskapazität auf: Hatte TAT1, das erste transatlantische Telephonkabel (1956), eine Kapazität von 36 simultanen Kanälen, so wurde mit TAT14 (2001) ein transatlantisches Datenkabel geschaffen, das über eine Kapazität von fast 10 Millionen simultanen Kanälen verfügt. Heute stellen jedoch konventionelle Telephongespräche längst nicht mehr die Masse der übertragenen Daten dar.

Vergleicht man schließlich die Zentren der Telegraphennetze mit denen der Internetnutzung am Beginn der Entwicklung (vgl. die weltweite Verteilung der CONE- und Ländercode-domains, 1999), so ist die "westlich" dominierte Globalisierung, wie sich mit ihren "Weltzentren" im 19. Jahrhundert entwickelt hat, bis in die Gegenwart hinein deutlich sichtbar.

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