Vormoderne Fernkommunikationsverbindungen setzten sich in aller Regel aus vielen verschiedenen regionalen Teilstrecken sowie aus unterschiedlichen Übermittlungsverfahren zusammen. Vor Ort wusste man mitunter kaum, wie weit sich die Verbindungen letztlich erstreckten, auf denen Nachrichten und Güter von "außen" in den lokalen Nahbereich und von hier nach "draußen" gelangten.
Trotz der vielfältigen Entwicklungen und Veränderungen, die die Geschichte der Fernkommunikation bis ins Industriezeitalterdurchlaufen hat, kann man doch einige übergreifende Merkmale festhalten.
Erstens: Auch wenn die Formenvielfalt der "Fernmelde"-Verfahren insgesam zunahm, blieben diese doch sämtlich auf sehr direkte Weise von den klimatisch-geographischen Besonderheiten der zu überbrückenden Wegstrecken abhängig.
Zweitens blieben Botschaften, die über große Entfernungen hinweg materiell übermittelt wurden, an die körperliche Kraft von Menschen und Tieren sowie an die Schnelligkeit von Booten und Schiffen gebunden. Verfahren, die mit Kodes arbeiteten, wie z.B. Feuer- und Lichttelegraphie, gab es nur in besonders gut organisierten Staaten und Großreichen, die global gesehen nicht die Norm waren. Akustische Signale hingegen hatten selbst in Staffelsystemen nur eine beschränkte Reichweite und waren zumeist als Teilelemente in größere Post- und Kuriersysteme integriert, die sich zusätzlich wieder auf Menschen, Tiere oder Schiffe stützten.
Drittens war die Partizipation an Fernkommunikation und besonders an transkontinentalen Nachrichtenübermittlungssystemen jeweils sehr kleinen Eliten vorbehalten, während der unmittelbar erfahrene Kommunikationsradius der allermeisten Menschen lokal und regional begrenzt blieb, auch wenn sich der Kontakt mit Menschen anderer Regionen" und damit eine indirekte "Fernkommunikation"" in bestimmten Regionen immer wieder intensivierte (oder auch abnahm).
Ferner konnten diese "Fernmelde"-Systeme " auch wenn sich die Übermittlungsdauer für Nachrichten beispielsweise aufgrund von Straßenbau, technologischen Fortschritten oder effizienter Organisation erheblich verkürzen mochte– niemals auch nur entfernt die Übertragungsgeschwindigkeit der elektrischen Telegraphie oder auch des Posttransports per Eisenbahn oder Dampfschiff erreichen. Damit waren nicht nur die Möglichkeiten für die imperialen Durchdringung der Welt beschränkt, sondern auch beispielsweise für die politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Partizipation innerhalb der eigenen Gesellschaft.
Schließlich ist festzuhalten, dass die Fernkommunikation niemals das Alltagsleben in einer auch nur annähernd vergleichbaren Weise geprägt hat, wie dies für die moderne Kommunikation gilt.