Die transregionalen Kabelverbindungen dienten von Beginn der Entwicklung an vorrangig dem Telekommunikationsbedarf von Finanz- und Börsenplätzen. Die räumliche Ausweitung und Vernetzung, Beschleunigung und Intensivierung des Wirtschaftstelegrammverkehrs trug entscheidend zur Entstehung der Weltwirtschaft im 19. Jahrhundert bei. So spiegelte sich die Weltstellung Großbritanniens nicht nur in der Beherrschung großer Teile der Weltwirtschaft, sondern auch darin wider, dass sich das entstehende Weltkabelnetz größtenteils in den Händen britischer Gesellschaften (weitere Karte) befand.
Der Ausbau von Eisenbahn-, Dampfschiff- und Telegraphennetzen bewirkte eine stetig zunehmende Konzentration von Wirtschaft und Handel, kulturellem und politischem Austausch auf rasch wachsende Knotenpunkte. Zu nennen sind hier an erster Stelle für unseren Zeitraum (bis zum Ersten Weltkrieg) die Weltmetropolen London und New York, aber auch bedeutende Zentren in der außereuropäischen bzw. nicht-westlichen Welt, wie z.B. etwa Kalkutta, und Transitplätze mit lediglich verkehrsstrategischer Relevanz, so z.B. Aden oder Mombasa.
Da zirkulierende Nachrichten sich unabhängig von Wahrheitsgehalt, Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen auf das Verhalten sozialer Systeme auswirken, konnten im Zuge verbesserter Telekommunikationsmöglichkeiten auch Gerüchte und absichtlich oder irrtümlich lancierte Fehlinformationen einen zunehmend größeren Einfluss auf das Wirtschaftsgeschehen nehmen, so etwa im Bereich des Aktien- und Anleihenhandels an den Börsen. Die Reaktionen auf tatsächliche oder vermeintliche Krisen wirkten sich" selbst in abgelegenen Regionen" umso intensiver aus, je enger das Weltwirtschaftsnetz verflochten war. Damit wurde die Informationspolitik immer mehr zu einem eigenständig wirksamen, überaus schwer zu kontrollierenden Faktor des allgemeinen Wirtschaftsgeschehens, und Vergleichbares gilt natürlich auch für die Bereiche der Politik, der Diplomatie und der öffentlichen Meinung.