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Übung: Leben erzählen. Planung, Durchführung und Analyse biographischer Interviews


Dozent(in): Sarah Scholl-Schneider M.A.
Termin: Mi., 13.15-14.45 Uhr
Gebäude/Raum: 2129

Inhalt:

„Ich habe doch gar nichts Bedeutendes zu erzählen“, reagieren viele Zeitzeugen auf die Aufforderung, ihre Lebensgeschichte zu erzählen; Minuten später befinden sie sich in den spannendsten historischen Episoden. Oral History besitzt neben der Attraktivität des „Menschlichen“ eine Sonderstellung: ist sie doch zugleich Quelle und Methode des Faches. Die Technik, Interviews zu führen und zu analysieren bedarf ebenso der Aufmerksamkeit wie die Quelle an sich. Für Interviewprojekte braucht es fundierte methodische Vorüberlegungen, sorgfältig geplante Kontaktierphasen, Einfühlungsvermögen gegenüber dem Interviewpartner, fortwährende Standortneubestimmungen, Disziplin beim Verschriftlichen sowie strukturierte Analyseleistungen.

Zunächst sind die Grundlagen für die Arbeit mit Interviews zu erarbeiten. Wir konzipieren einen Leitfaden, wagen dann den Schritt ins Feld und werden eigene Interviews verabreden, führen und verschriftlichen. Ziel des Seminars ist es, in jede Phase dieser spannenden qualitativen biographischen Forschung Einblick zu erhalten.


Einführende Lektüre:
- Fuchs-Heinritz, Werner: Biographische Forschung. Eine Einführung in Praxis und Methoden. Wiesbaden 2005.
- Lehmann, Albrecht: Erzählstruktur und Lebenslauf. Autobiographische Untersuchungen. Frankfurt a. M. u. a. 1983.
- Plato, Alexander von: Erfahrungsgeschichte – von der Etablierung der Oral History. In: Gerd Jüttemann und Hans Thomae (Hg.): Biographische Methoden in den Humanwissenschaften. Weinheim 1998, S. 60-74.
- Rosenthal, Gabriele: Erlebte und erzählte Lebensgeschichte. Gestalt und Struktur biographischer Selbstbeschreibungen. Frankfurt a.M./New York 1995.
- Wierling, Dorothee: Oral History. In: Michael Maurer (Hg.): Neue Themen und Methoden der Geschichtswissenschaft, Stuttgart 2003, S. 81-151.


Anmerkungen:
Die Übung ist als Ergänzung zum Hauptseminar "Erinnerungskultur" besonders geeignet; sie wendet sich in erster Linie an interessierte Studenten höherer Semester (evtl. abgeschlossenes Grundstudium).