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Übung: Sehen lernen: Privatfotografie als Quelle


Dozent(in): Prof. Dr. Marita Krauss
Termin: Do., 13.15-14.00 Uhr
Gebäude/Raum: 2129

Inhalt:

Fotografien bestimmen die Welt der Printmedien, sie finden sich in jedem Schulbuch, sie illustrieren wissenschaftliche Publikationen. Manche Fotografien wurden zu immer wieder zitierten Ikonen, die sich längst vor die Ereignisse geschoben haben. Fotos dienen und dienten der Propaganda, der Werbung, der Abschreckung. Sie signalisieren bis heute, trotz etlicher Fälschungsskandale, Glaubwürdigkeit und Faktizität. Sie sind omnipräsent.

Neben dieser professionellen Bilderflut gibt es eine zweite: die der Privatfotografie. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurde zunehmend auch privat fotografiert, in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann ein Boom der Alltagsfotografie. In Schachteln, Alben, Schubladen ruht eine Bildgeschichte des Alltags, oft kaum mehr eines Blickes gewürdigt, ohne private Zusammenhänge nur noch schwer zu entschlüsseln. Um solche Fotos zu analysieren und auszuwerten, bedarf es einer Schulung des Sehens: Für eine Interpretation von Erinnerungskultur und Heimatbeschreibung sind sie eine unverzichtbare Quelle.


Einführende Lektüre:
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Gerhard Paul (Hrsg.): Visual History. Ein Studienbuch, Göttingen 2006, darin u. a. Marita Krauss: Kleine Welten. Alltagsfotografie – die Anschaulichkeit einer „privaten Praxis“, S. 57-75.
- Tim Starl: Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880-1980.
- Cord Pagenstecher, Der bundesdeutsche Tourismus. Ansätze zu einer Visual History: Urlaubsprospekte, Reiseführer, Fotoalben 1950-1990, Hamburg 2003.
- Jäger, Jens: Photographie: Bilder der Neuzeit. Einführung in die Historische Bildforschung, Tübingen 2000.
- Krauss, Marita / Grau, Bernhard (Hrsg.): Die Zeichen der Zeit. Alltag in München 1933-1945, Berlin 1991.


Anmerkungen:
Übung zum Hauptseminar "Erinnerungskultur"; Teilnahmevoraussetzung: Zwischenprüfung.