Suche

Proseminar: Zunft und Monopol: Ökonomie zwischen Subsistenzorientierung und Staatswirtschaft anhand süddeutscher Beispiele der Frühen Neuzeit


Dozent(in): Dr. Carl A. Hoffmann
Termin: Di., 11.45-14.00 Uhr
Gebäude/Raum: 2129

Inhalt:

Die frühmoderne Wirtschaft ist wesentlich vom zünftischen Handwerk geprägt. Großflächigere Zusammenschlüsse (z.B. Verlagsorganisationen) integrieren es teilweise, tragen aber auch zu seiner Erosion bei. Manufakturen entstehen aus fürstlicher wie aus unternehmerischer Initiative.

Im süddeutschen Raum finden sich Beispiele für am Fernhandel orientierte Reichsstädte, exportorientierte territoriale Wirtschaften sowie nur grundgewerblich strukturierte Gebiete ohne wesentliche Ausfuhrproduktion oftmals in enger Nachbarschaft. Gerade in dieser Gemengelage wird aber auch deutlich, dass wir es in dieser Epoche keineswegs mit einem einheitlichen Wirtschaftssystem bzw. einer einheitlichen Wirtschaftsentwicklung zu tun haben, wenn auch grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten und Strukturen immer wieder deutlich werden.

Exemplarisch für die Unterschiede seien hier nur die Augsburger Großkaufleute, die Gesellschaften von europäischer Bedeutung schufen, und die bayerische Territorialherrschaft, die zur Verstaatlichung bestimmter Wirtschaftszweige für die Sanierung des Staatshaushalts schritt, herausgehoben.


Einführende Lektüre:
- Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620-1800 (Enzyklopädie deutscher Geschichte, 46), München 1998.
- Friedrich-Wilhelm Henning, Handbuch der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutschlands, Bd. 1: Deutsche Wirtschafts- und Sozialgeschichte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, Paderborn 1991.
- Eckart Schremmer, Die Wirtschaft Bayerns. Vom hohen Mittelalter bis zum Beginn der Industrialisierung. Bergbau, Gewerbe, Handel, München 1970.

Anmerkungen:
In diesem Proseminar kann auch ein Schein für Mittelalterliche Geschichte erworben werden.