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Markus Stadtrecher, M.A.

Die katholische Kirche und die Vertriebenenintegration: Das Bistum Augsburg

In den Jahren nach 1945 musste Bayern als Folge des Zweiten Weltkrieges rund 1,9 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aufnehmen. Über 470.000 von ihnen, die große Mehrheit katholischer Konfession, kamen im Beriech der Diözese Augsburg unter. Das vorliegende Dissertationsprojekt geht davon aus, dass die katholische Kirche zu ihrer Integration beitrug.

Die Leistungen reichten dabei von der Verwaltung von Flüchtlingslagern bis zur Schaffung von Organisationsmöglichkeiten für die Vertriebenen, die unter dem Dach der Kirche das alliierte Koalitionsverbot umgehen konnten. Spannend ist auch die Frage, wie sich die neuen Gemeindemitglieder in Gruppen wie beispielsweise dem Kirchenchor einbringen konnten.

Andererseits läuft Integration nie konfliktfrei ab. Schließlich gab es gegen die Aufnahme der Vertriebenen teilweise große Widerstände bei den Einheimischen, die ebenfalls Kirchenmitglieder waren. Und trotz der einheitlichen Konfession gab es abweichende Traditionen und Bräuche, die für Spannungen sorgen konnten.

Die vorliegende Studie will der Integration der Vertriebenen in der Diözese Augsburg nachgehen und damit eine Fallstudie über das bayerische Bistum erstellen, das die meisten dieser Menschen aufgenommen hat. Durch die Betrachtung der Kirche in ihrer Netzwerkstruktur werden aktuelle Analysemethoden einbezogen und der (kirchlichen) Vertriebenenforschung dadurch, durch Vergleiche mit anderen Regionen und bisher unbehandelten Fragestellungen neue Impulse gegeben.

 

E-Mail: markus.stadtrecher@iek.uni-augsburg.de