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Matthias Krämer, M.A.

Deutschsprachige Emigranten als Gastprofessoren für Geschichte im Nachkriegsdeutschland

Aus Nazideutschland emigrierte Historiker zog es überwiegend in die USA. Einige von ihnen gelangten dort nach dem Zweiten Weltkrieg auf Professuren. Diese Historiker haben vielfältige amerikanische Einflüsse aufgenommen und sind nicht bei erster Gelegenheit remigriert, haben sich aber stark für die politische Entwicklung in Deutschland interessiert und für die Erneuerung seiner Geschichtswissenschaft engagiert: Ihre Gastprofessuren waren Remigrationen auf Zeit und führten sie semesterweise nach Westdeutschland, Österreich und die Schweiz. Ihr Angebot, zur Aufhebung der internationalen Isolation der deutschen Geschichtswissenschaft beizutragen, fand in der deutschen Historikerzunft zunächst nur wenig Unterstützung, den Historikern schlug – wie anderen Emigranten – überwiegend Ablehnung entgegen. Das änderte sich in den 1960er Jahren, als allmählich die Nachkriegsstudenten auf Professuren gelangten, von denen viele selbst internationale Erfahrungen mit den Gastprofessoren oder in eigenen Auslandssemestern gemacht hatten.

Die Arbeit ist ein Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der Geschichtswissenschaft im 20. Jahrhundert, zur Emigrations- und Remigrationsforschung sowie zur Geschichte der deutschen Westorientierung.

E-Mail: mkraemer@maills.de