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Hauptseminar "Die Herrschaft der valentinianisch-theodosianischen Dynastie (364-450 n. Chr) - eine Epoche des Gegensatzes zwischen politischer Dekadenz und Verchristlichung des römischen Reiches"


Titel: Hauptseminar "Die Herrschaft der valentinianisch-theodosianischen Dynastie (364-450 n. Chr) - eine Epoche des Gegensatzes zwischen politischer Dekadenz und Verchristlichung des römischen Reiches"
Dozent(in): Prof. Dr. Wolfgang Kuhoff
Termin: Dienstag, 18.00-20.00 Uhr
Gebäude/Raum: Bibliothek des Instituts für Europäische Kulturgeschichte, Eichleitnerstraße 30


Inhalt der Lehrveranstaltung:

Nach dem unerwarteten Tod des Kaisers Iulianus im Kampf gegen die Perser am 27. Juni 363 stand das römische Reich ohne Herrscher da. Übereilt wurde von den Heereskomman­deuren mit Iovianus ein Offizier zum neuen Kaiser gewählt, der aufgrund seines frühen Todes schon im nächsten Jahr bloß eine Übergangslösung war. Erst jetzt kam es zu einer Wahl, welche letztlich die Weichen für die Zukunft stellte: Mit Valentinianus I. wurde ein tatkräftiger Offizier gewählt, der wenig später seinen Bruder Valens zum zweiten Augustus bestellte und damit den Wunsch des Heeres nach einer monarchischen Doppelspitze erfüllte. Diese Lösung blieb danach als Normalregelung bestehen, sie förderte aber ungewollt das all­mähliche Auseinanderstreben der westlichen und östlichen Reichshälfte. Germanen und Mauren dort, Goten und Perser hier hielten die Herrscher in Atem, und trotz anfänglicher Erfolge blieben die römischen Anstrengungen am Ende wenig erfolgreich. Ja, nach dem Tode Valentinians 375 verlor Valens am 9. August 378 bei Adrianopel Schlacht und Leben gegen die Westgoten. Der von Gratian, dem schon 367 durch seinen Vater zum Mitherrscher proklamierten Sohn Valentinians, im folgenden Jahr zum neuen Augustus für den Osten ernannte, aus Hispanien gebürtige Theodosius I. vermochte in beharrlicher Anstrengung die Lage wieder zu stabilisieren und nach Gratians Ermordung 383 die Vorrangstellung im gan­zen Reich zu erlangen. Nach zwei Bürgerkriegen gegen Usurpatoren im Westen begründete er mit seinen Söhnen Arcadius und Honorius die Dynastie seiner Familie. Diese hielt sich im Osten bis zu Jahre 450, im Westen bis 455 an der Macht, die allerdings hier durch die soge­nannte Völkerwanderung entscheidend geschwächt wurde. Theodosius, den wir als "den Großen" kennen, traf noch eine andere, die Zukunft bestimmende Entscheidung: Er erklärte 391/392 das Christentum zur Staatsreligion.

Einführende Lektüre:

Alexander DEMANDT: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr., München 1989

Hartmut LEPPIN: Theodosius der Große, Darmstadt 2003

Anforderungen für Scheinerwerb:

Referat und Hausarbeit

Teilnahmevoraussetzungen:

Abgeschlossenes Grundstudium/ Zwischenprüfung

Sprechstunde:

Vor und nach der Veranstaltung !


weitere Informationen zu der Lehrveranstaltung:

empfohlenes Studiensemester der Lehrveranstaltung: Hauptstudium
Fachrichtung Lehrveranstaltung: Alte Geschichte
Nummer der Lehrveranstaltung: 0
Beginn der Lehrveranstaltung: 24. 4. 07
Dauer der Lehrveranstaltung: 2 SWS
Typ der Lehrveranstaltung: HS - Hauptseminar
Semester: SS 2007