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Augsburger Historische Ringvorlesung im Wintersemester 2017/18


Lüge, Täuschung, Fälschung in der Geschichte

Die Annahme, ‘fake news’ seien ein Spezifikum unseres modernen, ‘postfaktischen’ Zeitalters, trifft nicht zu. Lüge, Täuschung und Fälschung wurden auch in der Vergangenheit immer wieder als Instrumente benutzt, um Besitz- und Herrschaftsansprüche zu legitimieren, um geschichtliche Akteure zu entlasten oder um mißliebige Auffassungen zu disqualifizieren und erwünschte Haltungen zu propagieren. Sie dienten nicht nur als Medium der Politik, sondern kamen auch in kirchlichen oder wissenschaftlichen Institutionen zum Einsatz und sie zielten auf eine tendenziell unkritische Öffentlichkeit. Am Beispiel einiger bis ins europäische Mittelalter zurückreichender, aber auch aus der jüngsten Geschichte entnommener Fälle erhellt die Ringvorlesung der Historikerinnen und Historiker in diesem Semester Ursachen, Mechanismen, Intentionen und Wirkungen von Lüge, Täuschung und Fälschung und regt zum Nachdenken an über Phänomene, die für die gegenwärtige politische Kultur besonders virulent sind.


18. Oktober 2017
Die Geburt des Prince of Wales 1688.
Eine mediale Debatte um Lüge, Täuschung und Wahrheit
PD Dr. Ulrich Niggemann
(Europäische Kulturgeschichte)


08. November 2017
Erfundenes Mittelalter?
Entstehung und Wirkung gefälschter Grundlagen der Papstgeschichte
Prof. Dr. Thomas Krüger
(Mittelalterliche Geschichte)


06. Dezember 2017
Vom Hakenkreuz zu Jim Crow.
Deutsche Juden und die Rassensegregation im Süden der USA
Prof. Dr. Britta Waldschmidt-Nelson
(Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums)
Antrittsvorlesung


20. Dezember 2017
Aufklärung durch Betrug?
Friedrich der Große, die Berliner Akademie der Wissenschaften und der Nutzen des Volkes
Prof. Dr. Lothar Schilling
(Geschichte der Frühen Neuzeit)


17. Januar 2018
Lug und Trug in Schwaben?
Historische Architektur als Original oder Phantasmagorie
PD Dr. Stefan Lindl
(Europäische Regionalgeschichte sowie Bayerische und Schwäbische Landesgeschichte)
Antrittsvorlesung


31. Januar 2018
Der „Führer“ als Geschäftsmodell.
Die gefälschten „Hitler-Tagebücher“ und der bundesrepublikanische Umgang mit der NS-Vergangenheit
Prof. Dr. Dietmar Süß
(Neuere und Neueste Geschichte)


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Die Vorträge beginnen jeweils um 18.15 Uhr in HS II des Großen Hörsaalzentrums (Geb. C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).  Der Eintritt ist frei.