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Forschung am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte


Quellennähe und Vernetzung

Unsere Forschungsarbeit zielt auf:
* Die konkrete Analyse der breiten mittelalterlichen Überlieferung in Texteditionen, Archiven, Museen und Baudenkmälern in europäischer Perspektive.
* Die enge Vernetzung der verschiedenen Forschungsprojekte untereinander. Dabei schließen wir auch ambitionierte Bachelorarbeiten mit ein.

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Von Augsburger Bischöfen, Handschriften, Frauen und der Frage nach der Dynamik des Zusammenlebens im späten Mittelalter

Als fortlaufendes "Work in Progress" werden die Regesten der Augsburger Bischöfe im hohen und späten Mittelalter am Lehrstuhl bearbeitet (Krüger); es erschien ein neues Einführungsbuch in die Paläographie mit einer Lehrfilm-DVD unter weitgespannter Beteiligung auswärtiger Experten (konzipiert und herausgegeben von Dr. Mathias Kluge); die Untersuchung der Rolle des Reiches in der spätmittelalterlichen Stadt (Diss. Daniela Kah) richtet sich in starkem Maße auf deren Sach- und Bauüberlieferung; die Erschließung der Augsburger Baumeisterbücher für das 14. Jahrhundert steht nahe vor dem Abschluss (Diss. Dieter Voigt), und die Untersuchung spätmittelalterlicher Handelsrouten im Tiroler Alpenraum wurde jüngst im Manuskript abgeschlossen (Diss. Manuel Widmann).

Einen weiteren Schwerpunkt bildet in jüngerer Zeit die Erforschung des menschlichen Zusammenlebens, der sozialen Ordnung und Dynamik im frühen und im späten Mittelalter. Die Rolle der Frauen in der Christianisierung des frühen Mittelalters (Diss. Nadine Kistler) wurde erforscht und mit Blick auf das späte Mittelalter stellt sich grundsätzlich die Frage, ab wann wir überhaupt von europäischen Gesellschaften sprechen können (Prof. Kaufhold). Die Frage nach der Rolle der Finanzen in der Politik der deutschen Könige und nach den Veränderungen, die die Geldwirtschaft in der europäischen Politik herbeiführte, ist die Frage eines aktuellen Habilitationsprojektes (Dr. Mathias Kluge).
Die Forschungen am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte sollen neue Fragestellungen und neue Arbeitsfelder erschließen und sie sollen den interessierten Studierenden die Möglichkeit geben, ihren eigenen Forschungsbeitrag zu leisten oder vorzubereiten.

Laufende Promotionsprojekte
  • Armin Bergmann, Kirchen-politisches Martyrium im 15. Jahrhundert
  • Florian Dörschel, Die Formen und Funktionen physischer Gewalt im Selbstverständnis deutscher Ritter im ausgehenden Mittelalter
  • Florian Dorn, Religiöse Frauengemeinschaften und der Dominikanerorden im spätmittelalterlichen Augsburg (13.-15. Jahrhundert): Untersuchungen und Regesten mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte von St. Ursula.
  • Rebekka Gampel, Bischof Burkhart von Ellerbach (1373-1404)
  • Andreas Schießler, Reform und Visitation im spätmittelalterlichen Bistum Eichstätt unter der besonderen Berücksichtigung der Visitation des Chorherrn Johannes Vogt von 1480
  • Manuel Widmann, Spätmittelalterliche Handelsrouten im Tiroler Alpenraum (im Manuskript abgeschlossen)


Abgeschlossene Promotionen
  • Dieter Voigt, Die Erschließung der Augsburger Baumeisterbücher für das 14. Jahrhundert
  • Sebastian Tobias Zanke, Johannes XXII., Avignon und Europa. Das politische Papsttum im Spiegel der kurialen Register (1316-1334)
  • Daniela Kah, Die Rolle des Reiches in der spätmittelalterlichen Stadt
  • Andreas Willershausen, Die Päpste von Avignon und der Hundertjährige Krieg. Spätmittelalterliche Diplomatie und kuriale Verhandlungsnormen (1337-1378)
  • Mathias Franc Kluge, Die Macht des Gedächtnisses: Entstehung und Wandel kommunaler Schriftkultur im spätmittelalterlichen Augsburg
  • Julius Leonhard, Genua und die päpstliche Kurie in Avignon (1305-1378)