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Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Augsburg


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Das Lehrstuhlteam / Photo: Klaus Satzinger-Viel

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Bitte beachten Sie: Am Freitag, 15. Dezember 2017 sowie Dienstag, 19. Dezember 2017, ist das Sekretariat leider nicht geöffnet!




Neu erschienen
Monographie: Daniela Kah, Die wahrhaft königliche Stadt. Das Reich in den Reichsstädten Augsburg, Nürnberg und Lübeck im Späten Mittelalter


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English In Die wahrhaft königliche Stadt, Daniela Kah describes how contemporary residents and visitors were able to experience and perceive the presence of the Holy Roman Empire (or its representatives, e.g., the king) in three late medieval cities -- Augsburg, Nürnberg and Lübeck. After receiving privileges from the king, these cities initiated large construction projects designed to assert their imperial status. These projects had a major impact on everyday life and made the Empire visible and graspable within the city. However, in the 13th century the cities increasingly deployed symbols and signs to represent their self-understanding as 'imperial'. ‘Being immediate to the Empire’ or ‘being privileged’ provided important political, economic, and social benefits. Therefore it became very important to the cities to represent their status in visible form. For this reason, the Empire achieved a permanent and lasting presence in free imperial cities.

Deutsch In Die wahrhaft königliche Stadt beschreibt Daniela Kah, wie das mittelalterliche Reich oder seine Repräsentanten, wie zum Beispiel der König, in den Reichsstädten Augsburg, Nürnberg und Lübeck für die zeitgenössischen Bewohner und Besucher erfahrbar war und wahrgenommen wurde. Zunächst führte die Vergabe von königlichen Privilegien zu großangelegten repräsentativen Bauprojekten in den Städten, die das Reich so im städtischen Alltag erkennbar werden ließen. Ab dem 13. Jahrhundert kam es dazu, dass die Stäte vermehrt Symbole und Zeichen im Stadtraum anbrachten, die ihr Selbstverständnis visualieren. Der Status ‚unmittelbar dem Reich zugehörig“ beziehungsweise ‚vom Reich privilegiert’ zu sein, wurde aufgrund seiner politischen, wirtschaftlichen und prestigesteigernden Bedeutung ein wichtiger Bezugspunkt, der zur dauerhaften Präsenz des Reichs in den Reichsstädten führte.
Brill Verlag, Studies in Medieval and Reformation Traditions 211, 2017, 488 Seiten



Vortrag von Prof. Dr. Thomas Krüger: Erfundenes Mittelalter? Entstehung und Wirkung gefälschter Grundlagen der Papstgeschichte


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Im WS 2017 / 2018 widmet sich die Augsburger Historische Ringvorlesung fächerübergreifend dem übergeordneten Thema Lüge, Täuschung, Fälschung in der Geschichte. Im Rahmen dieser Reihe laden wir alle Interessierten zum mittelalterlichen Beitrag Erfundenes Mittelalter? Entstehung und Wirkung gefälschter Grundlagen der Papstgeschichte von Prof. Dr. Thomas Krüger am 08. November 2017 ab 18:15 Uhr im HS II (Geb. C).

Die Annahme, ‘fake news’ seien ein Spezifikum unseres modernen, ‘postfaktischen’ Zeitalters, trifft nicht zu. Lüge, Täuschung und Fälschung wurden auch in der Vergangenheit immer wieder als Instrumente benutzt, um Besitz- und Herrschaftsansprüche zu legitimieren, um geschichtliche Akteure zu entlasten oder um mißliebige Auffassungen zu disqualifizieren und erwünschte Haltungen zu propagieren. Sie dienten nicht nur als Medium der Politik, sondern kamen auch in kirchlichen oder wissenschaftlichen Institutionen zum Einsatz und sie zielten auf eine tendenziell unkritische Öffentlichkeit. Am Beispiel einiger bis ins europäische Mittelalter zurückreichender, aber auch aus der jüngsten Geschichte entnommener Fälle erhellt die Ringvorlesung der Historikerinnen und Historiker in diesem Semester Ursachen, Mechanismen, Intentionen und Wirkungen von Lüge, Täuschung und Fälschung und regt zum Nachdenken an über Phänomene, die für die gegenwärtige politische Kultur besonders virulent sind.

Die Vorträge beginnen jeweils um 18:15 Uhr in HS II des Großen Hörsaalzentrums (Geb. C, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).
Der Eintritt ist frei.
Nachruf auf PD. Dr. Stefan Weiß (25.5.1960 – 27.12.2016)


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Mit einer Verzögerung haben wir die Nachricht vom Tode von Stefan Weiß erhalten. Mit ihm verliert die Mittelalterliche Geschichte einen eigenwilligen und originellen Forscher mit einem weiten Spektrum. Stefan Weiß war ein sehr guter Kenner der mittelalterlichen Papstgeschichte, zu deren hochmittelalterlichen Legatenurkunden er ebenso publizierte, wie zu der Küche des päpstlichen Hofes in Avignon und zur päpstlichen Finanzverwaltung.

Stefan Weiß war zwischen 1995 und 2003 als Assistent am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Augsburg tätig. Im Juli 2000 habilitierte er mit seiner Arbeit über die Lebensmittelversorgung des päpstlichen Hofes in Avignon. Für die Gallia Pontificia bearbeitete er die Papsturkunden im Erzbistum Arles. Die europäische Dimension seiner Forschungsarbeit kommt auch in seiner Monographie über die Wirtschaftspolitik König Edwards IV. von England zum Ausdruck. Die Frage dieses Buches: Wie saniere ich ein Königreich? lässt seine Interessen und seine Kompetenz in der Geschichte der mittelalterlichen Wirtschaft erkennen, die sich auch in der Untersuchung zu Karl IV. und dem Geld zeigt. In den letzten Jahren galt sein Interesse verstärkt dem Hospitalwesen. Für die französische Geschichte hatte er eine besondere Leidenschaft.

In Straßburg ist Stefan Weiß am 27. Dezember 2016 nach einer schweren Krankheit im Alter von 56 Jahren verstorben. Wir werden ihn als einen originellen Forscher in Erinnerung behalten.
Tag der Mittelalterforschung 2017 – Schlechte Regierung


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Das Thema „Schlechte Regierung” ist auf bedrückende Weise aktuell. In der Sache und im Ton. Die Konflikte um die richtige Regierung verschärfen sich in vielen Ländern. Der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte wirft daher einen Blick in unsere Vergangenheit. Wie erlebten die Menschen des Mittelalters das Ringen um die richtige Regierung? Auch in Zeiten, als Könige herrschten, gab es Kämpfe um die richtige Regierung, und es gab Streit um die Erwartungen an den guten Herrscher. Die Vorträge stellen diese historischen Konflikte an prominenten Beispielen vor.

Die Vorträge dauern etwa 20 Minuten, der Abendvortrag etwa 50 Minuten.
Alle Interessenten sind herzlich eingeladen.

Dr. Almut Stolte-Simane, Florenz: Die schlechte und die gute Regierung im Bild: Ambrogio Lorenzettis Fresken in Siena; Prof. Dr. Thomas Krüger, Augsburg: Auctor scandali. Kaiser Ludwig der Fromme und seine Absetzung im Jahre 833; Dr. Mathias Kluge, Victoria u. Edmonton, CA: Verschuldete Könige: Verschwendung und Ausbeutung im Spätmittelalter; Prof. Dr. Martin Kaufhold, Augsburg: Wahnsinn an der Macht: Zwei verwandte Könige und zwei verwandte Kriege;Prof. Dr. Jürgen Miethke, Heidelberg: Was erwarteten die Menschen von einer Regierung im späten Mittelalter?

Neu Verfügbar: Augsburger Bischofsregesten der Stauferzeit auf Regesta Imperii online (RIplus)


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Erstmals erscheinen auf der Internetplattform der Regesta Imperii (Mainz) neue Bischofsregesten. Darin werden die lateinischen Quellen zu den Bischöfen und Reichsfürsten Konrad von Hirschegg und Hartwig I. von Lierheim in deutscher Sprache zusammengefasst und kommentiert.


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Zu den Inhalten gehören regionale Ereignisse wie etwa die Bestätigung des ältesten Augsburger Stadtrechts (1156), ebenso wie Höhepunkte der Europäischen Geschichte, darunter die Aussöhnung von Kaiser und Reichsfürsten mit Papst Alexander III. in Venedig (1177).

Die Arbeit entstand im Auftrag der Schwäbischen Forschungsgemeinschaft (SFG) am Augsburger Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte (Prof. Dr. Georg Kreuzer, PD Dr. Thomas M. Krüger).

Links:

Neu Verfügbar: Kapitel "MGH" auf Mittelalterliche-Geschichte.de


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Die Monumenta Germaniae Historica (MGH) sind die wichtigste und umfangreichste Quellensammlung zur deutschen Geschichte im Mittelalter. An ihr wird seit beinahe 200 Jahren gearbeitet.

In vier Beiträgen von Rudolf Schieffer, Gerhard Schmitz, Mark Mersiowsky und Arno Menzel-Reuters werden Geschichte und Arbeit des gleichnamigen Instituts mit dem Hauptsitz in München vorgestellt.

Die Filme wurden 2009 in Kooperation mit dem GHI in Washington, D.C. in die englische Sprache übertragen und stehen in der Digitalen Studieneinführung von Dr. Mathias Kluge (http://mgh.mittelalterliche-geschichte.de) zur Verfügung.