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Der Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben (SBS) ist kein isoliertes Einzelprojekt, sondern entsteht im Rahmen des gesamtbayrischen Sprachatlasunternehmens Bayerischer Sprachatlas (BSA).
Zu diesem Gesamtprojekt gehören:
Die sechs Einzelprojekte sind methodisch und inhaltlich (weitgehend identische Fragebücher, so weit es die regionalen Unterschiede erlauben) aufeinander abgestimmt. Der SBS ist das älteste, am weitesten fortgeschrittene Projekt. Karte zu den Projekten des BSA und seinen Nachbarprojekten
Die bayerischen Sprachatlanten stehen in der Tradition oberdeutscher Kleinraumatlanten, die in den 30er Jahren in der Schweiz einsetzte.
Dazu gehören:
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| ab |
1976 |
Erarbeitung einer Bibliographie zur Mundartforschung Bayerisch-Schwabens (König 1978) unterstützt vom Bezirk Schwaben (eine studentische Hilfskraft 1977) |
| ab |
1980 |
Probeaufnahmen von Werner König mit dem Fragebuch des SSA, Teilaufnahmen im Rahmen von Dialektologieseminaren, Arbeit am Fragebuch unterstützt vom Bezirk Schwaben (eine studentische Hilfskraft 1983) |
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1982 |
Anträge an die DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft), den Bezirk Schwaben und den Freistaat Bayern, mit der Bitte um Unterstützung dieses Projekts |
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1984 |
Schlußredaktion des Fragebuchs, Einschulung der Explorator(inn)en |
| Herbst |
1984 |
Beginn der Dialektaufnahmen, Förderung durch die DFG, den Bezirk Schwaben, den Freistaat Bayern, die Universität Augsburg |
| Sommer |
1985 |
Beginn der Kodierung (d h. EDV-Erfassung der erhobenen Daten); erste Kartierungsprogramme werden erstellt |
| Frühjahr |
1989 |
Abschluß der Erhebungsphase, Auslaufen der Förderung für die Exploration |
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1990 |
Abschluß der Kodierung, Vorbereitung der Publikationsphase, Förderung durch den Freistaat Bayern mit einer halben Stelle |
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1991 |
Beginn der Arbeit an den Bänden 2 bis 6, gefördert von der DFG sowie vom Freistaat Bayern |
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1994 |
Abschluß von Band 2 (Wortgeographie I) im Manuskript |
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1996 |
der ersten Band des SBS (Wortgeographie I) erscheint im Universitätsverlag C. Winter in Heidelberg |
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2006 |
13 Bände in 15 Einzelbänden sind abgeschlossen und gedruckt. 2008 erscheint noch ein Registerband |
 Illustration: Lucia Buser-Mayer, Ulm
Das Forschungsprojekt Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben wurde finanziert durch
- die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG)
- das Bayerische Kultusministerium
- den Bezirk Schwaben
- die Universität Augsburg
- private Spender
- ehrenamtliche Mitarbeiter
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Im Rahmen der Erhebungen zum SBS wurden neben dem Primärmaterial, in dem der Basisdialekt der jeweiligen Orte erfasst wurde, noch zwei weitere Korpora erhoben:
Zur Ermittlung des der Standardsprache am nächsten stehenden Registers wurde an den meisten Aufnahmeorten zusätzlich je einer Gewährsperson eine knapp 400 Wörter umfassende Liste mit der Bitte vorgelegt, diese vorzulesen. Die vorgelesenen Wörter wurden auf Tonband festgehalten und im Nachhinein transkribiert, später EDV-kodiert. 241 solcher "Vorleselisten" liegen vor. Durch die Analyse dieses Materials soll sich zeigen, wie nahe eine Sprechergruppe mit relativ geringer formaler Ausbildung, d.h. die Gewährspersonen des SBS, der kodifizierten Norm der standarddeutschen Aussprache kommen bzw. wie stark ihr "Hochdeutsch" vom darunterliegenden Dialekt geprägt ist. Bearbeiterin der Vorleselisten: Bernadette Wecker
Um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, auf welche Art und Weise der Basisdialekt schriftlich umgesetzt wird, wurde an den meisten Aufnahmeorten je einer Gewährsperson eine Liste mit knapp 200 Wörtern vorgelegt, mit der Arbeitsanweisung, diese in den örtlichen Dialekt zu übersetzen. 235 solcher "Schreiblisten" mit dialektalen Laienschreibungen liegen vor. Die so gewonnenen Dialektverschriftlichungen werden den gleichzeitig in direkter Methode erhobenen Lautungen gegenübergestellt. Die Ergebnisse dieses Vergleichs sollen vor allem zwei weiterführenden Zwecken dienen: Zum einen kann damit das ebenfalls in indirekter Methode (= durch verschickte Fragebögen) erhobene Material der germanistischen Großatlanten, besonders des DSA, lautlich genauer bestimmt werden, zum anderen können dadurch vielleicht exaktere Aussagen über den hinter historischen Schreibungen steckenden Lautwert gemacht werden. Bearbeiter der Schreiblisten: Stefan Kleiner
Beide Projekte sind inzwischen im Rahmen der Dissertationen von Bernadette Wecker und Stefan Kleiner abgeschlossen. Der Band von Stefan Kleiner ist in der Reihe Phonai erschienen: Stefan Kleiner, Geschriebener Dialekt in Bayerisch-Schwaben. Ein Vergleich indirekt erhobener dialektaler Laienschreibungen mit ihren lautschriftlichen Entsprechungen, Tübingen 2006 (Phonai Texte und Untersuchungen zum gesprochenen Deutsch 48). |
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