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Proseminar: Humor in der deutschen Literatur des Mittelalters


Dozent: Robert Steinke M.A.
Termin und Raum:
KURS A: Mi. 15.45-17.15 Uhr (R 1006)
KURS B: Fr. 15.45-17.15 Uhr (R 1012)

Beschreibung:
In Untersuchungen zu Komik und Humor in mittelalterlicher Literatur wird oft auf das Problem der "kulturellen Distanz" (Tomasek 1999) hingewiesen, die uns als modernen Rezipienten den Zugang zu mittelalterlicher komischer Literatur erschwere. Das Seminar soll dagegen den Studierenden zeigen, dass mittelalterliche Texte den heutigen Sinn für Humor mit Leichtigkeit ansprechen können; wenn der einzelne Leser dabei nicht jeden Text tatsächlich komisch findet, stellt sich (angesichts auch heute äußerst unterschiedlicher Vorstellungen von Komik) die Frage, ob dies eine epochenspezifische Mentalität oder schlicht den persönlichen Geschmack des Lesers widerspiegelt.
Im Seminar sollen die Studierenden ein möglichst breites Spektrum an Formen von Humor in mittelalterlicher Literatur kennenlernen: von den mit Ironie durchzogenen epischen Werken Wolframs von Eschenbach über Mären, Schwänke, die Vagantenlyrik der Carmina Burana bis hin zu spätmittelalterlichen Fastnachtsspielen mit ihrem obszönen bis vulgären Humor. Aber auch auf den ersten Blick wenig humorvolle Gattungen und Autoren sollen auf ihren Komikgehalt untersucht werden, namentlich das Nibelungenlied, der Minnesang und die höfische Epik Hartmanns von Aue. Abgerundet wird der Kurs durch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Diskursen über Komik, Humor und das Lachen in religiöser und didaktischer Literatur.

Teilnahmevoraussetzungen: erfolgreicher Besuch der Grundkurse 1 und 2K

Anmeldung: online über www.digicampus.de ab dem 14.7.2008

Scheinerwerb: regelmäßige und aktive Teilnahme, termingerechte Erledigung schriftlicher Haus­aufgaben, Abschlussklausur

Literatur:
Textgrundlage:
Die Texte werden aus Mitteln der Studiengebühren zur Verfügung gestellt.
Einführung:
Hans Fromm: Komik und Humor in der Dichtung des deutschen Mittelalters, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 36 (1962), S. 321‑339.