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Übung: Dietrichepik


Dozent: Robert Steinke M.A.
Termin: Do. 15.45-17.15 Uhr
Raum: 4107 (Teilbibliothek Geisteswissenschaften, Bereich Germanistik)

Beschreibung:
Der Ostgotenkönig Theoderich der Große starb im Jahr 526 – in der Literatur jedoch lebte er fort in der Gestalt Dietrichs von Bern, der im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit unbestreitbar zu den populärsten literarischen Figuren überhaupt gehörte. Die große Fülle an Texten, in denen er als Haupt- oder Nebenfigur auftritt, bildet als Einheit betrachtet „neben der Nibelungensage den bedeutendsten Komplex der heroischen Überlieferung germanischer Herkunft“ (Heinzle 1999). Heute ist Dietrich von Bern nur noch Altgermanisten und Historikern ein Begriff; um die Studierenden mit dieser Stofftradition bekannt zu machen, sollen nicht nur die grundlegenden deutschsprachigen Texte (zumindest auszugsweise) gelesen werden, sondern auch den wichtigsten Fragestellungen in der Forschung nachgegangen werden. Besonderes Gewicht wird dabei auf das (für die Heldenepik stets relevante) Verhältnis von Historie und Fiktion und auf die Frage nach Kontinuität und Diskontinuität in der Figurenzeichnung zwischen den Einzeltexten gelegt.
Im Mittelpunkt der Übung steht selbstverständlich die Dietrichepik im eigentlichen Sinne, aber auch mit ihr in Verbindung stehende Texte (Hildebrandslieder) und andere Werke mit Dietrich von Bern als handelnder Figur (Nibelungenlied und -klage, Wittenwîlers „Der Ring“) sollen betrachtet werden.

Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse des Mittelhochdeutschen

Anmeldung: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Scheinerwerb: Auf Wunsch kann bei entsprechendem Leistungsnachweis (Referat und Hausarbeit) ein zweiter Proseminarschein in Deutscher Sprache und Literatur des Mittelalters erworben werden.

Literatur:
Die Primärtexte werden als Kopien im Kurs ausgegeben.
Als Sekundärliteratur empfiehlt sich für einen ersten kurzen Überblick: Joachim Heinzle: Dietrich von Bern. In: Volker Mertens / Ulrich Müller: Epische Stoffe des Mittelalters. Stuttgart: Kröner 1984, S. 141-155.
Als detailliertere Einführung in das Thema empfehlenswert: Joachim Heinzle: Einführung in die mittelhochdeutsche Dietrichepik. Berlin: de Gruyter 1999.