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Prof. Dr. Itta Shedletzky


Gast

E-Mail: ishedletz@gmail.com


Gastprofessur und Vortragsreihe 

Als erste Gastprofessorin des Jakob-Fugger-Zentrums sorgte die renommierte Literaturwissenschaftlerin Itta Shedletzky im Mai und Juni 2013 für einen sehr gelungenen Auftakt der Arbeit des neuen Forschungszentrums.

Mit der Ermöglichung des Gastaufenthalts der angesehenen Literaturwissenschaftlerin nimmt das Jakob-Fugger-Zentrum an der Universität Augsburg offiziell seine Arbeit auf. 


Lehre an der Universität Augsburg

  • Emanzipationsdiskurse: Deutsch-jüdische Literatur von der Reichsgründung 1871 bis zur Jahrhundertwende (Sommersemester 2015)

Das Seminar behandelte Texte der deutsch-jüdischen Literatur aus der Zeit zwischen der Reichsgründung 1971, mit der die rechtliche Gleichstellung der Juden in Deutschland einherging, bis zur Jahrhundertwende um 1900. Der Fokus des Seminars liegt auf der Frage, wie sich in den Texten unterschiedliche Konzeptionen von jüdischer Emanzipation formieren und mit angrenzenden Emanzipationsdiskursen – der sozialen Emanzipation, der Frauenemanzipation, der ‚Emanzipation des Fleisches’, und schließlich der generationellen Emanzipation – verschränken.
Gelesen wurden Texte aus dem Kontext des Berliner Antisemitsmusstreits und der Frauenbewegung, außerdem folgende Romane, z.T. in Auszügen: Berthold Auerbach Waldfried. Ein vaterländischer Roman, Karl Emil Franzos Moschko von Parma, Ludwig Jacobowski Werther, der Jude, außerdem Theodor Herzls Drama Das neue Ghetto. 
Die Veranstaltung fand als eine Kooperations-veranstaltung der Universitäten Augsburg und der Hebrew University Jerusalem statt. Sie ist Teil eines größeren interdisziplinären und internationalen Lehr- und Forschungsprojekts, das geleitet wird von Prof. Bettina Bannasch (Augsburg) und Prof. em. Itta Shedletzky (Jerusalem).

  • Emanzipationsdiskurse(I): Von der Haskala bis zur 1848er-Revolution (Sommersemester 2015)

Das Seminar befasst sich mit der Verschränkung von Emanzipationsdiskursen in der deutsch-jüdischen Literatur im Zeitraum zwischen Aufklärung und 1848. Der Fokus des Seminars liegt dabei auf der Frage, wie sich unterschiedliche Konzeptionen von jüdischer Emanzipation formieren und mit angrenzenden Emanzipationsdiskursen - soziale Emanzipation, Frauenemanzipation, ‚Emanzipation des Fleisches’, generationelle Emanzipation – verschränken.
Ausgehend vom sog. ‚Fragmentenstreit’ (1774ff.) über Wilhelm Dohms Schrift 'Über die bürgerliche Verbesserung der Juden' (1781/1782) bis zu Leopold Komperts Erzählung 'Judith die Zweite' (1848) werden einschlägige essayistische und literarische Texte behandelt, die sich mit der Frage der Judenemanzipation auseinandersetzen. Neben einer Reihe von kürzeren Texten, die zu Beginn des Seminars in einem Reader zur Verfügung gestellt werden, werden drei umfangreichere Romane zur vorbereitenden Lektüre empfohlen, die im Seminar nur auszugsweise diskutiert werden können: Karl Gutzkow 'Wally, die Zweiflerin' (1835), Berthold Auerbach 'Spinoza' (1837) und Fanny Lewald 'Jenny' (1843).

  • Deutsch-jüdisches Denken im 20. Jahrhundert (Sommersemester 2013)

Gelesen wurden Texte von Hermann Cohen, Margarete Susman, Martin Buber, Franz Rosenzweig , Gershom Scholem. Im Zentrum standen theologisch- philosophisch-historische Interpretationen der jüdischen Tradition (Bibel, Talmud, Mystik, Liturgie) auf dem Hintergrund der ideologisch-kulturellen Auseinander-setzungen mit Judentum-Deutschtum-Zionismus im Zeitraum von der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg bis zur Shoah und dem Staat Israel.

  • Literatur und Geschichte im deutsch-jüdischen Kontext des 19. und 20. Jahrhunderts (Sommersemester 2013)

Behandelt wurde die Rolle der Literatur im Geschichtsbewusstsein und in der Historiographie (Heinrich Grätz, Selma Stern, Max Wiener) sowie die Rolle der Geschichte in der Literatur (Heine, Lasker-Schüler, Döblin, Feuchtwanger, Gerson Stern, Buber). Es ging dabei auch um Zeitschriftengeschichte (Ludwig Philippson, Martin Buber), um literaturgeschichtliche Konzepte ("Geschichte der jüdischen Literatur") und um historische Aspekte des Bereichs "Juden in der deutschen Literatur" (Ludwig Geiger 1910, Gustav Krojanker 1922, Mosès/Schöne 1986).